Verwilligung zum Fischerstechen Juli 2022 im Ulmer Rathaus (Foto: SWR, Peter Köpple)

Nach fünf Jahren Pause

Verwilligung: Ulmer Oberbürgermeister Czisch genehmigt Fischerstechen

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Peter Köpple
Peter Köpple (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)
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Sarah Umla
Sarah Umla (Foto: SWR)

Nach fünf Jahren Pause findet in Ulm wieder das Fischerfest statt. Ein Brauch, der über 500 Jahre alt ist, und der die Erlaubnis des Oberbürgermeisters Bedarf.

Verwilligung zum Fischerstechen Juli 2022 im Ulmer Rathaus (Foto: SWR, Peter Köpple)
Mitglieder des Schiffervereins waren mit Essen und in Trachten gekleidet bei Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) im Rathaus erschienen. Peter Köpple Bild in Detailansicht öffnen
Sie brachten frisch gefangenen Fisch aus der Donau. Peter Köpple Bild in Detailansicht öffnen
Und auch einen Schluck zum Trinken gab es für den OB. Peter Köpple Bild in Detailansicht öffnen
Der OB stimmt gnädig der 500 Jahre alten Tradition zu. Peter Köpple Bild in Detailansicht öffnen

Es war Corona geschuldet, aber nicht nur: Fünf Jahre nach dem letzten Fischerstechen findet dieses Jahr endlich wieder die hundert Jahre alte Tradition statt. Dabei versuchen die Teilnehmer auf flachen Holzbooten mit Lanzen, sich gegenseitig in die Donau zu schubsen. Am 24. und 31. Juli ist es soweit.

500 Jahre alte Tradition

Zur Tradition gehört auch die offizielle Erlaubnis des Oberbürgermeisters in Ulm. Mit einer Platte frischer Fische aus der Donau und in Tracht gekleidet haben die Mitglieder des Schiffervereins in Ulm am Mittwochvormittag Gunter Czisch (CDU) um die Verwilligung gebeten - und zwar mit Erfolg. "Jetzt will ich die Dramatik nicht zu sehr spannen. Ich genehmige, ich verwillige diese Tradition", sagte Czisch.

Für Ulm und auch für ihn persönlich seien solche Bräuche wichtig. Dass das Fischerstechen quasi im Rathaus seinen Anfang nimmt, gefällt dem OB.

"Solche Traditionen leben davon, dass man solche Rituale weiterhin pflegt. Dazu gehört die Verwilligung."

Bereits vor 500 Jahren wurde eine Art Veranstaltungsgenehmigung benötigt. Es fand anfangs im Winter auf der eiskalten Donau statt und war damals ein Faschingsbrauchtum. Daher wurde das Spektakel von der Obrigkeit oft nicht gerne gesehen. Zum Beispiel wurde 1545 das Fischerstechen verboten.

"Früher war das ein Brauch, der dann präsentiert worden ist, wenn hohe Feiertage waren oder wenn wichtige Gäste wie der König in der Stadt waren."

Wie man Teil des Schiffervereins Ulm werden kann

Jetzt ist das Fischerstechen selbst die Besonderheit, die seit dem Zweiten Weltkrieg alle vier Jahre dargeboten wird, inklusive Umzug und Tänzen. Und nach wie vor dürfen nur Mitglieder des Schiffervereins mitmachen. Da kommt man allerdings nicht so leicht rein. "Das sind im Grunde die Nachfahren der alten Zünfte. Sie müssen also jemanden heiraten, der 'räsig' ist", erklärt Zunftmeister Peter Engelhardt.

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