Ein Handwerker trägt Klebemörtel auf  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Lino Mirgeler)

Steinreinigung, Fassadensanierung & Co.

Verbraucherzentrale Ulm: So schützen Sie sich vor unseriösen Handwerker-Angeboten

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Sarah Umla
Sarah Umla (Foto: SWR)

Im Frühling fallen im Garten und rund ums Haus diverse Handwerksarbeiten an. Das ruft vermehrt unseriöse Anbieter auf den Plan. Die Verbraucherzentrale Ulm mahnt zur Vorsicht.

Ein Mann reinigt eine Terrasse mit einem Hochdruckreiniger. (Foto: IMAGO, IMAGO / Klaus W. Schmidt)
Vor allem Steinreinigungen sind im Frühjahr gefragt

Im Frühjahr häufen sich laut Verbraucherzentrale Ulm günstige Angebote zu Stein- und Fassadenreinigungen. Oft werben Firmen auf Flyern, die in Tageszeitungen und Wochenblättern beiliegen, mit einem zeitlich begrenzten vermeintlichen Schnäppchenangebot.

Die Liste der Dienstleistungen ist lang. Sie reicht von Reinigungen über Malerarbeiten bis hin zu Dachsanierungen. Die Ulmer Rechtsberaterin Sylvia Scheibenberger rät dabei zur Vorsicht. Solche Flyer seien zwar nicht generell unseriös, aber die Erfahrung zeige, dass doch oft "unseriöse Anbieter dahinter stehen". Günstig sind diese Angebote selten. "Die Preise sind weit überhöht", sagt Scheibenberger. Mehrmals pro Woche haben Verbraucher genau zu diesem Thema Beratungsbedarf in Ulm.

Sylvia Scheibenberger von der Verbraucherzentrale Ulm (Foto: SWR, Sarah Umla)
Sylvia Scheibenberger ist Rechtsberaterin bei der Verbraucherzentrale Ulm. Sie erhält pro Woche mehrere Anfragen zum Thema Bauen.

Angebots-Flyer und "Haustürgeschäfte"

Neben den Flyern sollten Verbraucher auch bei sogenannten Haustürgeschäften vorsichtig agieren. Dabei gehen Handwerker von Haus zu Haus und versuchen den Bewohnern, Reparaturen schmackhaft zu machen. Die Opfer sind oft schon etwas älter, können zum Beispiel ihre Terrasse nicht mehr selbst reinigen und auch Preise nicht einschätzen. "Einem Vertrag an der Haustür sollten Sie grundsätzlich immer kritisch gegenüberstehen", sagt Scheibenberger.

Zeitdruck ist klares Warnsignal

Manche Betriebe locken laut Verbraucherzentrale mit zeitlich begrenzten Rabatten oder versprechen den ersten 100 Anrufern zum Beispiel einen Gutschein. Kunden greifen deshalb schnell zum Hörer und auch im direkten Gespräch bauen einige Betriebe dann Druck auf und drängen den Verbraucher schnell zu unterschreiben. Das ist nach Angaben der Ulmer Rechtsberaterin ein klares Warnsignal.

"Handwerker sind derzeit einfach eher ausgelastet. Dass jemand so ganz zeitnah vorbeikommt, ist selten"

Angebote prüfen

Wenn ein Handwerksbetrieb etwa für eine Steinreinigung ein Angebot stellt, sollte der Verbraucher zunächst Alternativen prüfen. Das heißt vor Ort oder im Internet nach anderen Handwerkern suchen und auch dort Angebote erfragen. Man sollte sich nicht nur auf ein einziges Angebot verlassen.

Adresse des Betriebs prüfen

Scheibenberger rät außerdem die Adresse des Betriebs zu checken. "Man kann schnell im Internet schauen, ob es die Adresse gibt und die Firma dort gemeldet ist", sagt die Ulmer Rechtsberaterin. Außerdem könne jeder Verbraucher bei der regionalen Handwerkskammer nachfragen, ob der Betrieb im aktuellen Handwerksregister eingetragen ist. Wer mobil ist, könne auch einfach mal an der genannten Adresse vorbeischauen. Wenn nämlich so viele Dienstleistungen angeboten werden, müsse auch der Betrieb allein von außen betrachtet groß genug sein.

Vorsicht bei Barzahlung

Grundsätzlich sei Barzahlung bei Handwerksarbeiten eher unüblich. Normalerweise schickt der Handwerker nach Angaben der Verbraucherzentrale nach dem Ausführen der Arbeiten eine Rechnung. Generell rät Scheibenberger von einer Anzahlung ab. Denn dadurch verliere der Verbraucher auch ein gewisses Druckmittel, etwa wenn mangelhaft gearbeitet wird.

Tragische Beispiele versteckter Kostenfallen

Einige Fälle von Verbrauchern, die in eine Kostenfalle getappt sind, sind Scheibenberger im Gedächtnis geblieben. Etwa die Geschichte eines älteren Ehepaars. Sie wollten eigentlich nur ein paar kaputte Dachziegel austauschen lassen, später war das gesamte Dach abgedeckt und sollte komplett saniert werden. "Der Verbraucher wurde dann genötigt einen Folgeauftrag zu unterschreiben und hat die Arbeiten dann auch bezahlt", sagt Scheibenberger. Der Handwerksbetrieb hatte dann auch noch Fehler beim Dämmen gemacht, sodass die gesamten Arbeiten noch einmal ausgeführt werden mussten. Der Schaden lag bei mehreren tausend Euro.

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