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Der Batteriehersteller Varta hat am Montag nun offiziell eine neue Produktionshalle in Nördlingen eröffnet. Dort werden künftig Lithium-Ionen-Zellen etwa für Fitnessuhren hergestellt.

Das bestehende Werk wird damit erweitert. Mit dem Neubau hat sich die Zahl der Mitarbeiter von Varta am Standort Nördlingen innerhalb eines Jahres verdoppelt – auf jetzt 1.000. Und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Schon im Herbst startet der Bau des nächsten Gebäudes in Nördlingen, hieß es.

Ellwangen: Der Schriftzug des Batterieherstellers Varta ist an einem Gebäude am Hauptsitz befestigt (Foto: dpa Bildfunk, picture allianceSina Schuldtdpa)
Der Hauptsitz der Varta AG in Ellwangen - das Unternehmen beliefert High-Tech-Firmen weltweit. picture allianceSina Schuldtdpa

Mini-Batterien gefragt wie nie

Varta profitiert davon, dass kabellose, mobile Elektrogeräte, wie etwa auch Kopfhörer, weltweit boomen – und meist mit kleinen Lithium-Ionen-Zellen laufen. Die werden künftig in der neuen Produktionshalle in Nördlingen hergestellt. Aber auch das Geschäft mit der Elektromobilität ist für die Firma ein großer Hoffnungsträger.

Ein Mann trägt einen kabellosen Minikopfhörer in seinem Ohr (Foto: dpa Bildfunk,  picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa)
Die Herstellung von Batterien für Mini-Kopfhörer, wie etwa von Apple, sorgt bei Varta für steigenden Umsatz. picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa

Hohe Gewinne

Allein im Geschäftsjahr 2020 stieg bei Varta der Gewinn, von dem noch Steuern und Investitionen abgezogen werden müssen, um 145 Prozent – auf 239 Millionen Euro. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist auch deshalb vor Ort, weil Varta viel Geld aus dem Milliardenprogramm zur Förderung der Batteriezellproduktion in Deutschland bekommt. Allein an den Standort Nördlingen fließen 100 Millionen Euro von Bund und Freistaat.

Kaderschmiede

Der Batteriehersteller Varta baut an seinem Hauptstandort in Ellwangen (Ostalbkreis) derzeit ein neues Ausbildungszentrum. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben rund 2,5 Millionen Euro in das Gebäude und die Ausstattung. Im Juli soll das neue Zentrum in Betrieb gehen.

Lithium – Das weiße Gold der E-Mobilität

Die Nachfrage nach Elektro-Fahrzeugen steigt: im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der neu zugelassenen E-Autos verdreifacht. Für die wiederaufladbaren Batterien braucht es allerdings große Mengen Lithium – schon jetzt einer der begehrtesten Rohstoffe der Welt. ARD-Korrespondent Matthias Ebert war im Lithium-Dreieck in Südamerika unterwegs, wo die größten Vorkommen lagern, und spricht darüber, welche Folgen der wasserintensive Abbau für Mensch und Natur hat. Ingenieur Horst Kreuter erklärt, wie er bald auch in Deutschland Lithium gewinnen will und David Oudsandji erzählt, wie er mit seinen Freunden auf die Idee kam, Batterien aus E-Autos die Chance auf ein zweites Leben zu geben. *** Hier könnt ihr die Reportage von ARD-Korrespondent Matthias Ebert aus Bolivien, Chile und Argentinien anschauen:
https://www.ardmediathek.de/video/weltspiegel/weltspiegel-reportage-lithium/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlbHRzcGllZ2VsL2Y4ODA3NjU5LWM3ODMtNGVlMC1hNGY1LTcxYWI2MWJmNDAxZQ/  mehr...

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