Das Firmenlogo von Varta. Der Batteriehersteller Varta schickt rund 500 seiner Mitarbeiter im Werk in Nördlingen in Kurzarbeit.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Nachfrage eingebrochen

Varta meldet Kurzarbeit für Werk in Nördlingen an

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Frank Polifke
Frank Polifke (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Ab Dezember sollen rund 500 Mitarbeiter des Varta-Werks in Kurzarbeit. Grund ist laut Varta die eingebrochene Nachfrage nach Batterien für drahtlose Kopfhörer.

Der Ellwanger Batteriehersteller Varta hat für sein Werk Nördlingen (Kreis Donau-Ries) ab Dezember Kurzarbeit angemeldet. Darüber hat das Unternehmen am Dienstag informiert.

Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für drahtlose Kopfhörer ist um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Das teilte das Unternehmen am Nachmittag bei einer Pressekonferenz mit. Die Geschäftsleitung habe deshalb für das Varta-Werk Nördlingen fünf Monate Kurzarbeit angemeldet. Außerdem sei die geplante Fabrik für Rundzellen vorerst auf Eis gelegt, man warte auf verbindliche Kundenzusagen.

600 Prozent Kostensteigerung bei Lithium

Die schlechten Zahlen schreibt die Geschäftsführung vor allem den derzeitigen Krisen zu. Durch den Ukraine-Krieg haben sich die Rohstoff- und Energiekosten teilweise vervielfacht. Für Lithium muss Varta 600 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr, bei Kobalt und Mangan 60 Prozent mehr. Dazu kommen Lieferengpässe - nicht nur bei Varta, auch bei den Kunden. Weil viele ihre Produktion unterbrechen mussten, nehmen sie Varta auch weniger Batterien und Akkus ab. Die Folge: Varta muss dringend Kosten einsparen, und gleichzeitig den eingebrochenen Umsatz wieder erhöhen. Eines der wichtigsten Mittel zur Kostenreduzierung ist die Kurzarbeit.

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Keine Auswirkung auf Werke in Ellwangen und Dischingen

Außerdem liegt ein geplantes neues Werk am Standort Nördlingen vorläufig auf Eis. In den Werken Ellwangen und Dischingen plant Varta keine Kurzarbeit, Haushaltsbatterien und Energiespeicher laufen im Gegensatz zu Mikrobatterien gut.

Varta hofft auf ein besseres Jahr 2023

Im Grund habe man gute Produkte, sagte Vorstandssprecher Markus Hackstein auf der Pressekonferenz. Und doch schöpfe Varta bisher nicht alle Möglichkeiten aus. Der Bereich Datenbrillen beispielsweise sei noch ausbaufähig. Grundsätzlich hoffe Varta auf ein etwas besseres kommendes Jahr, allerdings dürfte sich das Geschäft nur mühsam erholen, meinte die Geschäftsleitung, für genauere Prognosen sei die politische und wirtschaftliche Weltlage aber zu unsicher. Rund 100 Millionen Euro Betriebsgewinn peilt der Batteriehersteller dennoch an.

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