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Im Berufungsprozess gegen einen Schweinehalter aus Merklingen wegen Tierquälerei hat das Landgericht Ulm am Mittwoch eine Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung verhängt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Das Gericht hob damit ein Urteil aus erster Instanz auf, nach dem der Mann drei Jahre Gefängnis ohne Bewährung bekommen hätte. Verteidigung und Staatsanwaltschaft waren damals in Berufung gegangen: Das Amtsgericht Ulm habe im ersten Prozess mildernde Umstände nicht ausreichend berücksichtigt, so die Kritik.

Angeklagter und Anwältin sitzen nebeneinander in einem Gerichtssaal (Foto: SWR, Maja Nötzel)
Der angeklagte Landwirt im Tierquäler-Prozess im Gerichtssaal, neben ihm seine Anwältin (Archivbild). Maja Nötzel

Der Richter sah das bei seiner Urteilsbegründung am Mittwoch Nachmittag ebenso: Der Landwirt sei nicht vorbestraft und habe ein Geständnis abgelegt. Außerdem bestehe keine Gefahr, dass er erneut Tiere quälen wird. Unter anderem deswegen, weil das Gericht ihn mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt hat. Außerdem muss der Mann 20.000 Strafe zahlen.

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Mindestens 800 qualvoll verendete Schweine

Eine Tierschutzorganisation hatte die Missstände im Schweinestall des Mannes aufgedeckt. Zwischen 2013 und 2016 waren dort mindestens 800 Schweine auf qualvolle Weise verendet, weil sich der Angeklagte nicht ausreichend um sie gekümmert hat.

Menschen, teilweise mit Schweinemasken auf dem Kopf, demonstrieren vor dem Landgericht in Ulm (Foto: SWR, Martin Miecznik)
Tierschützer demonstrierten am Mittwoch Morgen erneut vor dem Landgericht Ulm: Sie wollten, dass das Gericht die Haftstrafe für den Merklinger Landwirt bestätigt. Martin Miecznik

Vor Beginn des Berufungsprozesses hatten Tierschützer am Mittwoch Morgen vor dem Landgericht Ulm demonstriert und erneut eine Haftstrafe für den Schweinehalter gefordert.

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