Collage aus einer Spritze in weißen Handschuhen und Hände halten 500-Euro-Geldscheine (Foto: dpa Bildfunk, SWR, picture alliance/dpa | Matthias Balk, Collage SWR)

Unternehmen aus der Nähe von Günzburg

Chemie-Firma lockt Angestellte mit 500 Euro Impfprämie

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Volker Wüst (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

500 Euro - so viel zahlt ein Chemie-Unternehmen aus Waldstetten bei Günzburg jedem Mitarbeitenden, der sich gegen das Coronavirus impfen lässt. Aber warum so viel?

Stolze 65.000 Euro kämen zusammen, wenn sich alle 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen ließen. Mögliche Produktionsausfälle, wenn mehrere Mitarbeiter wegen einer Ansteckung oder Quarantäne ausfallen würden, fielen schwerer ins Gewicht, begründete Geschäftsführer Stefan Bucher gegenüber dem SWR die Höhe der Prämie. Die "Günzburger Zeitung" hatte zuerst über die Pläne des Chemie-Unternehmens Karl Bucher berichtet.

Das Chemie-Unternehmen Bucher zahlt dem Personal 500 Euro Impfprämie (Foto: Niels Schubert)
Geschäftsführer Stefan Bucher will mit der Prämie einen Impfanreiz schaffen. Niels Schubert

Firma will Mitarbeiter mit Corona-Impfprämie zum Nachdenken bewegen

Es sei auf der einen Seite "ein Investment in die Gesundheit der Mitarbeiter", so Stefan Bucher, auf der anderen Seite könne sich das "betriebswirtschaftlich rechnen". Mit der 500 Euro-Prämie wolle er das Personal dazu bewegen, über die Impfung nachzudenken. Man sei "zu der Erkenntnis gekommen, dass man das mit 30 Euro, 50 Euro oder 100 Euro nicht so leicht anstößt, wie wenn man jetzt eine relativ hohe Summe in den Raum stellt".

Die 130 Angestellten müssten die Prämie in der Personalabteilung des Unternehmens beantragen. Wie viele Mitarbeiter das zwischenzeitlich getan haben, wisse er noch nicht, sagte Bucher. Die Resonanz sei aber positiv. Wer die Corona-Impfung per App oder einem Zertifikat nachweisen könne, erhalte aber bis Mitte Oktober die 500 Euro.

Das Chemie-Unternehmen Bucher zahlt dem Personal 500 Euro Impfprämie (Foto: Niels Schubert)
Das Chemie-Unternehmen Karl Bucher in Waldstetten im Kreis Günzburg zahlt seinen Angestellten eine Corona-Impfprämie. Wer die Impfung nachweisen kann, erhält bis Mitte Oktober 500 Euro. Niels Schubert

Corona-Impfung dennoch freiwillig

Bucher betonte im SWR-Interview, dass die Impfung der Mitarbeiter dennoch freiwillig sei und keinerlei Druck ausgeübt werde. Auch der Impfstatus eines jeden Einzelnen werde nicht abgefragt. Das Unternehmen will mit der Prämie nach eigenen Angaben seinen Anteil zur Steigerung der Impfquote beitragen und andere Firmen anregen, über ähnliche Aktionen nachzudenken.

Solche Impfanreize können durchaus Wirkung zeigen. Die Ökonomin Nora Szech berichtete bereits im Sommer von entsprechenden Studien. Im SWR sagte sie damals, bereits bei 100 Euro Impfprämie gehe die Impfbereitschaft Richtung 80 Prozent.

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