Trainingshospital Ulm (Foto: SWR, Jürgen Klotz)

Gebäude für praxisnahe Ausbildung

Uniklinik Ulm eröffnet Trainingshospital für Studierende

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Rainer Schlenz

In Ulm wurde am Montag ein Trainingshospital für Medizinstudierende eröffnet. Der 25 Millionen Euro teure Neubau befindet sich auf dem Eselsberg direkt auf dem Universitätsgelände.

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Schon der Name des Trainingshospitals soll Modernität signalisieren: "ToTrainU", kurz TTU, nennt sich das neue, markant grüne Gebäude.

Trainingshospital Ulm (Foto: SWR, Jürgen Klotz)
Modernes Gebäude - moderner Name: Das neue Trainingshospital "ToTrainU" auf dem Ulmer Eselsberg - bei der Eröffnung am Montagvormittag umgeben vom "Ulmer Nebel". Jürgen Klotz

Mit dem Trainingshospital will die Universität den angehenden Ärztinnen und Ärzten eine praxisnahe Ausbildung ermöglichen. In dem multifunktionalen Gebäude mit sieben Etagen können Studierende die Untersuchung und Behandlung von Patienten in ganz verschiedenen Szenarien üben.

Trainingshospital Ulm: Millioneninvestition

Eine Puppe für praxisangewandtes Lernen in der Trainingsklinik TTU (Foto: SWR, Katja Stolle-Kranz)
Lernen am nicht-lebenden Objekt: Studierende können im TTU mit Dummys üben. Katja Stolle-Kranz

Dafür gibt es Simulationsräume mit Patientenpuppen, aber es werden auch praxisnahe Situationen mit Schauspiel-Patienten für den Ernstfall geprobt - etwa schwierige Arztgespräche. Diese werden dann parallel aufgezeichnet, um sie hinterher mit anderen Lernenden gemeinsam zu analysieren, die alles durch eine verdunkelte Scheibe beobachten können. "Dafür haben wir extra ein Ausbildungsprogramm, für das man sich bei uns bewerben kann. Das sind alles Dinge, die wir zuvor nicht hatten", so Astrid Horneffer vom Projektmanagement Humanmedizin. Die Ärztin hat das ehrgeizige Projekt des Trainingshospitals von Anfang an begleitet.

Chirurgische Eingriffe simulieren

In modernsten OP-Sälen sollen vor allem hochkomplexe chirurgische Eingriffe mit minimalinvasiven Techniken simuliert und erlernt werden. "Dazu gehören auch Stresssituationen durch Unvorhergesehenes am OP-Tisch", erklärt Prof. Dr. Christoph Michalski, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. "Für die Studenten ist es wichtig, Fehler machen zu dürfen und daraus lernen zu können." Zudem könnten hier ethische Herangehensweisen in einer geschützten Umgebung trainiert werden und viel besser und aktiver in den Klinikalltag überführt werden, als man dies mit klassischen Lehrmethoden bisher leisten konnte.

"Für die Studenten ist es wichtig, Fehler machen zu dürfen und daraus lernen zu können."

Einzigartiges Lehrangebot

Ulm habe mit dem neuen Trainingshospital wahre Pionierarbeit geleistet und neue Standards in der medizinischen Lehrarbeit gesetzt, sagte Dr. Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Ulm bei der Eröffnung. So seien andere Universitäten noch nicht ausgestattet.

Größter Hörsaal

Mit 450 Plätzen hat das Gebäude nun den größten Hörsaal der Ulmer Universität. Der Bau des markanten grünen Gebäudes dauerte vier Jahre. Die Investitionskosten von 25 Millionen Euro umfassen nicht nur die Baukosten, sondern auch die medizinische Erstausstattung, teilte die Universitätsklinik mit.

Bereits erste Schulungen

Es gab auch schon die ersten Schulungen. Bis die komplette Technik zur Verfügung stehe und sich der Praxisalltag im Traingshospital eingespielt habe, werde es jedoch noch ein wenig dauern, hieß es am Eröffnungstag.

Trainingshospital Ulm (Foto: SWR, Jürgen Klotz)
Mit 450 Plätzen ist der Hörsaal im TTU der größte der gesamten Universität. Jürgen Klotz

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