Finanzierung des Landes endet

Welterbe in Gefahr: Archäopark im Lonetal droht Schließung

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Peter Köpple

Der Jubel im Land und im Kreis Heidenheim vor vier Jahren war groß, als die Eiszeitkunst im Lone- und Achtal zum Unesco-Welterbe erklärt wurde. Jetzt allerdings fühlt sich die Stadt Niederstotzingen mit den Folgekosten allein gelassen. Dem Archäopark droht die Schließung.

Stand jetzt muss der Archäopark im Lonetal bei Niederstotzingen (Kreis Heidenheim) Ende 2022 schließen. Trotz Anerkennung der Eiszeitkunst aus den Höhlen im Ach- und Lonetal als Welterbe sind die Finanznöte zu groß. Die ältesten Kunstwerke der Menschheit bringen zwar Besucher, aber kaum Geld. Und die Mitfinanzierung durch das Land Baden-Württemberg läuft aus.

Trotz Welterbe - Archäopark verbucht jährliche Defizite

Der Archäopark verbucht jährlich ein Defizit von bis zu 400.000 Euro. Das könne sich die Stadt nicht leisten, sagt Niederstotzingens Bürgermeister, Marcus Bremer. Zudem berichtet der Vorsitzende des Fördervereins dem Bürgermeister, dass Sponsoren abspringen angesichts der unklaren Zukunft. Ohne Hilfe wird der Park zumachen, befürchtet Bürgermeister Bremer.

"Das ist eine durchaus reelle Gefahr. ... wir sind der festen Überzeugung, dass es die Stadt Niederstotzingen alleine nicht bewältigen kann. Und im Übrigen haben wir von der Unesco gemeinschaftlich eine Aufgabe bekommen, nämlich Wissen zu vermitteln zu den Höhlen, zur Eiszeitkunst. Und jetzt brauchen wir Unterstützung vom Land Baden-Württemberg, weil wir es alleine eben nicht schaffen."

Teile der Sonderausstellung und das Mammut im Archäopark Niederstotzingen (Foto: SWR, Peter Köpple)
Blickfang beim Archäopark bei Niederstotzingen ist ein Mammut in Originalgröße - es ist eine Nachbildung des fast vier Meter hohen und sechs Meter lange Wollhaarmammuts, das vor Jahrtausenden im Lonetal lebte. Peter Köpple

Das Land soll den Park übernehmen, fordern nun die Niederstotzinger. Das zuständige Ministerium für Landesentwicklung teilte auf SWR-Anfrage mit, man arbeite derzeit an einer übergreifenden Konzeption für alle sieben Welterbestätten in Baden-Württemberg. Eine weitere Förderung hinge jedoch von den Haushaltsberatungen im Landtag ab.

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