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Sechs oder besser gleich acht Spuren? Klar ist nur eines: Die Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm muss neu gebaut werden. Der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning plädiert im SWR-Interview für Platz zum Planen.

Ansicht einer großen Verkehrsnadel in Ulm: Die Adenauerbrücke von unten (Foto: Stadt Ulm)
Die Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm soll neu gebaut werden, die strittige Frage ist - sechs- oder achtspurig (Archivbild). Stadt Ulm

SWR: Stehen denn die Zeichen derzeit eher auf sechs oder eher auf acht Spuren?

Tim von Winning: Das haben letztendlich die beiden Gemeinderäte der Städte zu entscheiden. Das wird im Dezember passieren. Aber ich glaube, man kann in der Abwägung mit entsprechenden Begleitmaßnahmen dazu kommen, dass die acht Streifen wahrscheinlich die richtigere Variante sind

Warum kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Wenn man die Brücke saniert, wenn irgendetwas auf der Brücke passiert, wenn Störungen auftreten, ist es ein Riesenvorteil, wenn die eine Hälfte der Brücke vier Spuren hat und nicht drei, weil man eben mit vier Spuren das Verkehrsgeschehen etwas besser aufrechterhalten kann als mit den drei jetzigen.

Kritiker befürchten je breiter die Brücke ist, desto mehr Verkehr wird darüber fließen. Und die Brücke wird ja jetzt schon genutzt von vielen, die abkürzen auf dem Weg von der A8 auf die A7 in Richtung Süden oder in Richtung Norden. Das würde ja auch bedeuten, dass im Zweifel noch mehr Verkehr über diese Brücke und letztendlich durch Ulm fließen würde, wenn sie breiter wird.

Die Verkehrsgutachten kommen zu einem etwas anderen Bild. Der Unterschied zwischen einer sechsspurigen und einer achtspurigen Brücke ist, was die Prognose für die nächsten zehn 15 Jahre angeht, gar nicht so unterschiedlich. Wir verändern die beiden durchgehenden Fahrspuren zwischen den beiden Autobahnanschlüssen ja nicht. Das sind derzeit zwei und es bleiben auch zwei.

Die zusätzlichen Spuren links und rechts sind eine Verbesserung der Verkehrsbeziehung zwischen den beiden Städten, also im Binnenverkehr zwischen Ulm und Neu-Ulm. Und: Bei einer Verbreiterung auf acht Spuren ist der Bund in der Pflicht, auch einen Lärmschutz zu bauen. Die Brücke hält hoffentlich 80 Jahre. Und wenn wir irgendwann mal meinen, eine Straßenbahnlinie darüber zu führen, dann kann man bei acht Spuren sehr viel einfacher eine für den ÖPNV reservieren.

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