Eine Journalistin fotografiert mit ihrem Smartphone das «Unwort des Jahres» 2022, «Klimaterroristen», das während seiner Bekanntgabe an der Philipps-Universität an eine Wand projiziert wird.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Hitzige Diskussionen

"Klimaterroristen": Was die Ulmer zum Unwort des Jahres sagen

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Das Unwort des Jahres 2022, "Klimaterroristen", sorgt auch in Ulm für Diskussionen. Was die Ulmer von dem Begriff halten? Die Positionen sind höchst unterschiedlich.

Das Wort, oder besser: Unwort "Klimaterroristen" wird in Ulm sehr verschieden wahrgenommen. Das frisch gebackene Unwort des Jahres 2022 zeigt: Das Thema ist ein Aufreger.

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Begriff "Klimaterroristen" kriminalisiere Proteste

Der Begriff "Klimaterroristen" wurde genutzt, um Umweltaktivisten und ihre Proteste abzuwerten. Die Jury kritisiert die Verwendung des Ausdrucks. Damit würden Klimaaktivisten mit Terroristen gleichgesetzt. So finde eine Kriminalisierung statt.

Klimaaktivisten kleben sich auf einer Straße fest (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / ZUMAPRESS.com | Sachelle Babbar)
Klimaaktivisten kleben sich auf einer Straße fest picture alliance / ZUMAPRESS.com | Sachelle Babbar

Die "Unwörter" der vergangenen Jahre

Sprachbewusstsein fördern „Klimaterroristen“ ist Unwort des Jahres 2022

Das Unwort des Jahres 2022 lautet „Klimaterroristen“, weil er Klimaaktivist*innen mit Terrorist*innen gleichgesetze und dadurch ihren Protest diskreditiere. Eine Renaissance erlebt der Begriff „Sozialtourismus“ auf Platz 2: Er schaffte es bereits 2013 zum Unwort des Jahres. Auf dem dritten Platz landet der Ausdruck „defensive Architektur“.

Sprache Unwort des Jahres 2021: „Pushback“

„Pushback“ ist Unwort des Jahres 2021. Das gab die unabhängige Jury aus vier Sprachwissenschaftler*innen und einem Journalisten bekannt. Auf Platz 2 landet „Sprachpolizei“ und auf Platz 3 Vergleiche mit dem Nationalsozialismus im Allgemeinen.

Unwort des Jahres Unwort des Jahres 2020: „Corona-Diktatur“ und „Rückführungspatenschaften“

„Corona-Diktatur“ und „Rückführungspatenschaften“ – 2020 gibt es gleich zwei Unwörter des Jahres 2020. Das gab die unabhängige Jury aus vier Sprachwissenschaftler*innen und einem Journalisten bekannt.

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SWR