Am Sonntag wurde sie offiziell in Betrieb genommen: Die neue Chororgel im Ulmer Münster (Foto: SWR, Verena Hussong)

1.190 Pfeifen in Reih und Glied

Chororgel im Ulmer Münster eingeweiht

STAND

Dreieinhalb Monate hat der Aufbau gedauert, jetzt ist die neue Chororgel des Ulmer Münsters fertig. In Deutschlands größer evangelischer Kirche erklingt künftig feinste Schweizer Präzisionstechnik.

Friedemann Johannes Wieland ist normalerweise kein Mensch großer Emotionen. Für die neue Chororgel macht der Münsterorganist und -kantor eine Ausnahme.

"Ich bin vorsichtig mit Superlativen, aber dieses Instrument hat unsere Erwartungen klanglich noch übertroffen."

Ulmer Münster im Hintergrund und im Vordergrund der Kantor Friedemann Johannes Wieland (Foto: SWR, http://www.fj-wieland.de/foto.html -)
Münsterorganist Friedemann Johannes Wieland (Archivfoto) http://www.fj-wieland.de/foto.html -

Genauso kommt Wieland bei der optischen Gestaltung ins Schwärmen. "Es ist ja immer spannend, eine 3D-Animation zu sehen und sie dann live und in Farbe zu sehen und festzustellen, dass es hervorragend passt. Das ist einfach großartig!"

Chororgel erinnert an ein Fenster mit Gardine und Balkon

Die neue Ulmer Chororgel sollte einerseits als Instrument des 21. Jahrhunderts erkennbar sein, sich andererseits in die gotische Gestaltung des Münsters integrieren. Mit ihrer schlanken, vertikalen Form, schmiegt sie sich förmlich an die Wand des Chorraums, mit dem Spieltisch, der auf einer Art Balkonbrüstung steht, und einer geschwungenen oberen Verzierung des Prospekts erinnert sie an das Fenster eines Schlösschens.

Chororgel: farben- und facettenreicher Klang

Mit 1.190 Pfeifen und 21 Registern gehört die neue Chororgel nicht zu den größten ihrer Art. Doch Münsterorganist Wieland schwärmt von ihrem Klang.

"Unheimlich farben- und facettenreich, trotz der wenigen Register. Es ist einfach nur schön, hier sitzen und spielen zu können."

Chororgel in drei Wochen aufgebaut - aus 10.000 Einzelteilen

Mitte August war ein LKW-Gespann mit rund 10.000 Einzelteilen auf dem Ulmer Münsterplatz vorgefahren. Aus Männedorf am Zürichsee kam die umfangreiche Fracht, von der renommierten Orgelbaufirma Kuhn. Sie hatte den Zuschlag für das ca. 650.000 Euro teure Projekt bekommen. An der 60 Jahre alten Vorgängerorgel hatten Experten so schwere Mängel festgestellt, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnte. Sie erklingt trotzdem weiter, in Bilgoraj in Polen. Ihre Nachfolgerin wurde in rund drei Wochen zusammengebaut und anschließend aufwändig und penibel auf den Chorraum des Münsters abgestimmt.

Chororgel am Ersten Advent festlich eingeweiht

Am Abend des Ersten Advent wurde die neue Chororgel mit einem festlichen Gottesdienst eingeweiht. Prälatin Gabriele Wulz hielt die Predigt, am Spieltisch der Orgel saß Münsterorganist und -kantor Friedemann Johannes Wieland. In brandneuen Orgelschuhen, die er sich extra für das neue Instrument geleistet hat.

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