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Die Polizei geht in der Region verstärkt gegen die sogenannte Autoposer-Szene vor. Am Donnerstag gab es an mehreren Orten Fahrzeugkontrollen. Am Wochenende werden mehr Einsatzkräfte raus geschickt.

Der Grund für den Polizeieinsatz am bevorstehenden Wochenende: an Ostern hatten sich auf größeren Parkplätzen in Ulm mehrere hundert Fahrzeuge versammelt - dazu laute Musik, Tanz und Alkohol. Das könne man nicht hinnehmen, sagte der Leiter es Ordnungsamts in Ulm Rainer Türke.

Parkplätze werden abgesperrt

Es gab offensichtlich eine Vielzahl von Verstößen gegen die Nachtruhe, die Verkehrssicherheit und auch gegen die Corona-Regeln. Deshalb werden am kommenden Wochenende Parkplätze gesperrt und kontrolliert, um weitere Party-Ausbrüche zu verhindern.

"Wir werden alle Verstöße ahnden, und zwar in dem größtmöglichen Bereich, was die Bußgeldvorschriften vom Rahmen her hergeben."

Rainer Türke, Leiter des Ordnungsamts Ulm

Auch im Lauf der Woche hat die Poser-Szene auf sich aufmerksam gemacht: In Heidenheim haben zwei Autofahrer die Motoren aufheulen lassen, bis sich Anwohner beschwerten. Im Kreis Göppingen und in Ulm beanstandeten die Polizisten illegal umgebaute Autos oder Fahrer wegen rücksichtslosem Verhalten. Auch in Schwäbisch Gmünd wurden am Donnerstag zahlreiche Verstöße festgestellt: Erloschene Betriebserlaubnis, 20 Geschwindigkeitsverstöße, Gurtverstöße, Verstöße gegen die Corona-Verordnung sowie gegen Meldeauflagen.

Einen Großteil der Poser-Autos konnte die Polizei anschließend stoppen und kontrollieren. Die Fahrer müssen mit Anzeigen rechnen (Sujetfoto). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa / Roberto Pfeile)
Einen Teil der Poser-Autos konnte die Polizei am vergangenen Wochenende stoppen und kontrollieren. Die Fahrer müssen mit Anzeigen rechnen (Sujetfoto). picture alliance / dpa / Roberto Pfeile

In Ulm will die Polizei laut einer Mitteilung nun auch schon bei kleineren Vorkommnissen durchgreifen. Sie hat dafür eine Mailadresse für Bürgerinnen und Bürger eingerichtet, damit sie auffällige Autofahrer melden können.

Autofahrer flüchten

Am Osterwochenende hatten sich Autofahrer in Neu-Ulm eine Art "Katz-und-Maus-Spiel" mit der Polizei geliefert: Als die Beamten die ersten Kontrollen beim Donaubad durchführten, wichen die Autofahrer schnell auf andere Plätze aus - unter anderem nach Neu-Ulm-Ludwigsfeld.

Parkplätze werden "weiträumig abgesperrt"

Nun sollen die einschlägigen Plätze und Parkplätze, auf denen sich die Szene gerne versammelt, gesperrt werden. Auch Oberbürgermeister Gunter Czisch hatte sich zu den Ansammlungen geäußert.

"Ein solch rücksichtsloses Verhalten, wie es am vergangenen Wochenende zur Schau gestellt wurde, ist - zumal während Corona - vollkommen inakzeptabel."

Oberbürgermeister Gunter Czisch

Die Polizei gehe schon länger gegen die Szene mit Kontrollaktionen vor, heißt es in einer Mitteilung. Gerade in Zeiten der Pandemie sei Solidarität gefragt. Die Polizei soll am kommenden Wochenende vom kommunalen Ordnungsdienst (KOD) und dem gemeindlichen Vollzugsdienst (GVD) unterstützt werden.

Keine Sperrung in Neu-Ulm geplant

Auch jenseits der Donau in Neu-Ulm werden die Entwicklungen in Ulm beobachtet. Von der Stadt Neu-Ulm hieß es am Freitag, bisher sei keine Parkplatzsperrung am Wochenende geplant. Aber: das Ordnungsamt in Neu-Ulm sei schon in Gesprächen mit der Polizei, so die Auskunft.

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