Stadt verhandelt mit Käufer

Blautalcenter Ulm verkauft - Abriss für Wohnraum?

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Das Ulmer Einkaufszentrum Blautal-Center ist Anfang des Monats verkauft worden. Jetzt geht es um die Zukunft des Gebäudes, das möglicherweise zu Wohnraum werden könnte.

Das Ulmer Einkaufszentrum Blautal-Center ist laut einem Bericht der "Südwest Presse" von einem Grundstücks-Unternehmen aus Münster in Westfalen gekauft worden.

Blautalcenter in Ulm: Passanten schlendern durch das Einkaufszentrum (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Stefan Puchner)
Das Blautalcenter in Ulm soll möglicherwiese abgerissen werden. (Archivfoto) picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Neuer Wohnraum wäre laut Ulms Baubürgermeister Tim von Winning im Sinne der Stadt. Er sei froh, dass die neuen Eigentümer über eine andere als die bisherige Nutzung des Areals nachdächten. Da der Bebauungsplan noch sehr eng gefasst sei, brauche es da eine enge Kooperation mit der Stadt.

"Das Blautal-Center ist verkauft worden und ich halte das erstmal für eine sehr, sehr gute Botschaft."

Abriss ist nicht unrealistisch

Ein Abriss des Gebäudes sei nicht unrealistisch, so von Winning. Der Eigentümer sei noch nicht festgelegt und die Stadt werde da keine "Vorschriften" machen, dafür sei das Projekt ökonomisch zu relevant. Es werden mehrere Szenarien durchgesprochen: Von einer Ergänzung über eine Aufstockung bis zu einem Abbruch und einer Neubebauung.

Mann vor SWR-Plakat (Foto: SWR)
Der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning

Blautal-Center Ulm - für 38 Millionen Euro verkauft

Bereits Anfang Februar wurde das Shopping-Center verkauft, laut "Südwest Presse" für knapp 38 Millionen Euro. Die neue Eigentümer-Gesellschaft trägt den Namen "Blautal Grundstücks GmbH". Auf der 37.000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche des Einkaufszentrums - gibt es derzeit einen Leerstand von rund 40 Prozent.

Ende nach 25 Jahren - sind Einkaufszentren noch ein Zukunftsmodell?

Vor 25 Jahren war das Blautalcenter bei seiner Eröffnung das größte Einkaufszentrum Baden-Württembergs. Es wurde auf dem Gelände des früheren Magirus-Werks entlang der Blaubeurer Straße gebaut. 1997 wurde es eröffnet. Nun das Ende des Einkaufszentrums - ein Signal, dass die Zeit für große Malls vorbei ist?

Nicht unbedingt, sagt beispielsweise Josef Röll, Handelsexperte der Industrie- und Handelskammer in Ulm. Es müsse die richtige Mischung sein. Betreiber, die den Schwerpunkt nur auf Mode setzen, haben es schwer, sagt Röll. Aber wenn es gelingt, einen Mix aus Nahversorgung, Gastronomie und Erlebnis zu schaffen, dann könne ein Einkaufszentrum auch heute noch funktionieren.

Erlebnis und Gastronomie als Ergänzung des Einkaufserlebnisses

"Wir blicken nach vorne," sagt Torsten Keller, Centermanager der Glacis Galerie in Neu-Ulm. Man müsse sich an den Wünschen der Kunden orientieren. Nun komme mit einem großen, internationalen Modeanbieter ein neuer Anziehungspunkt in das Neu-Ulmer Einkaufszentrum. Man habe die Gastronomie neu aufgestellt und auch eine Tanzschule und ein "Instagram-Museum" in die Glacis Galerie integriert. Es gebe einen Leerstand von fünf Prozent und sei insgesamt zuversichtlich.

"Handel ist Wandel"

In einem Einkaufscenter in Aalen schauen sich die Kunden nach dem langen Lockdown um.  (Foto: SWR, Frank Polifke )
Das Einkaufszentrum Kubus in Aalen hat im Jahr 2017 eröffnet (Archivbild 2021). Frank Polifke

Felix Unseld, Wirtschaftsförderer der Stadt Aalen, sieht auch die beiden dortigen Einkaufszentren Kubus und Mercatura gut aufgestellt. Auch er betont, dass es junge, moderne Konzepte brauche. So sei in den Kubus ein Start Up eingezogen, das neben seinem Online-Handel auch ein stationäres Geschäft eröffent hat.

Der Marketing-Experte Michael Froboese der Dualen Hochschule in Heidenheim ist etwas skeptischer, was die Zukunft der "Malls" angeht: Hohe Miete und mangelnde Attraktivität führten zu einer Abwärtsspirale. Aber auch er betont, dass es neue Konzepte brauche, um Kunden anzulocken. Das könnten Weiterbildungsangebote sein, oder Co-Working-Spaces. Ob man dafür aber große Flächen brauche sei fraglich.

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SWR