Brandgefahr noch nicht bedrohlich

Ostalb wappnet sich gegen Wald- und Flächenbrände

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Frank Polifke
Frank Polifke (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Die Waldbrandgefahr ist im Ostalbkreis verglichen mit anderen Kreisen gering. Trotzdem rüsten sich Forstwirtschaft und Feuerwehr, denn einige kleinere Brände hat es schon gegeben.

Johann Reck nickt zufrieden. Der Forstdezernent des Landratsamts Ostalbkreis blickt prüfend auf die Feuerstelle und stellt fest: Alles im grünen Bereich. Wortwörtlich: "Sie sehen: Das Umfeld ist alles grün. Kein riesiges Potenzial an brennbarem Material". Bei entsprechender Vorsicht sollte von der Feuerstelle im alten Steinbruch in der Nähe des Aalener Skilifts keine Waldbrandgefahr ausgehen. Sie hat die Prüfung bestanden - und bleibt geöffnet.

Mehrere Grillstellen vorsichtshalber geschlossen

Einige andere Grillstellen hat Reck schon mit rot-weißem Flatterband eingezäunt und damit gesperrt. Die Stelle an der Schillerlinde in Aalen-Röthardt zum Beispiel, idyllisch gelegen mit Aussicht auf den Albtrauf. Im angrenzenden Bereich gebe es brennbares Material und dürres Reisig. Erfahrungsgemäß kommen hier laut Reck viele Leute her, die im Zweifelsfall nicht darauf achten, dass das Feuer aus ist, wenn sie wieder nach Hause gehen.

Trotz Trockenheit: Keine akute Waldbrandgefahr im Ostalbkreis (Foto: SWR, Frank Polifke)
Trotz der Trockenheit: Eine akute Waldbrandgefahr gibt es im Ostalbkreis derzeit nicht. Frank Polifke

Waldbrandgefahr auf der Ostalb vergleichsweise gering

Bei der Kontrolle der Grillstellen im Waldgebiet südlich von Aalen fällt auf: Um manche Bäume und Sträucher sieht es eher gelb aus. Das Gras auf den Lichtungen ist auch gelb, ab und zu sogar bräunlich. Klare Anzeichen von Trockenheit. Johann Reck beruhigt aber: Die Situation sei noch nicht beängstigend. "Im Moment ist fast überall noch viel Grün da. Ich kann keinen akuten Notstand erkennen." Anders sieht die Situation seiner Einschätzung nach an Waldrändern aus und auf Wacholderheiden. Hier häufen sich trockenes Gras und Reisig, und da ist Vorsicht geboten.

Vereinzelte Flächenbrände gab es bereits

Die Feuerwehr im Ostalbkreis musste schon ein paar Mal wegen Flächenbränden ausrücken. Auf der A7 beispielsweise brannte kurz vor dem Agnesburgtunnel bei Westhausen ein Seitenstreifen der Autobahn. Nach Polizeiangaben breitete sich das Feuer rasch aus und hatte bei Eintreffen der Löschtrupps eine Länge von 100 Metern.

Flächenbrand an der Härtsfeldbahn wegen Trockenheit: Im Hintergrund ist das Kloster Neresheim (Foto: Werner Kuhn)
Flächenbrand wegen Trockenheit: Der Brand nahe der Härtsfeldbahn bei Neresheim konnte schnell gelöscht werden. Werner Kuhn

Flächenbrand auch bei Neresheim nahe der Museumsbahn "Schättere"

Außerdem kam es zu einem Brand auf einer Wiese im Bereich der Gleisanlage der Härtsfeldbahn bei Neresheim. Das Feuer wurde noch vor Eintreffen der Rettungskräfte gelöscht, die Betreiber der Härtsfeldbahn hatten wegen der Waldbrandgefahr vorgesorgt: Hinter der Museumsbahn fuhr ein Fahrzeug, das auch mit einem Feuerlöscher ausgerüstet war.

"Es kann gut sein, dass aus dem Aschkasten oder dem Schornstein der Lok ein Funken in die trockene Heide geflogen ist und die sich entzündet hat", vermutet Werner Kuhn vom Härtsfeld-Museumsbahnverein. Die Flammen der etwa 100 Meter lange brennenden Fläche wurden von zwei Vereinsmitgliedern mit Feuerpatschen erstickt.

Ostalb-Forstdezernat rüstet sich gegen mehr Waldbrände

Der Museumsbahn-Verein ist für Brandfälle gerüstet. Und auch die Forstbehörde plant Verbesserungen. Bisher war die Feuerwehr Wald- und Flächenbränden gewachsen. Falls die jedoch zunehmen, will Forstdezernent Johann Reck auf der sicheren Seite sein. "Wir sind aktuell dabei, uns mit der Feuerwehr über taktische Maßnahmen zu verständigen". Von angepasster Ausrüstung und Angriffstaktiken spricht er da.

Dass Forstleute eine Feuerwehr-Ausbildung absolvieren und über eine Grundausrüstung für den Erstangriff verfügen sollten, wie dieser Tage vom Landeswaldverband gefordert, hält er dagegen für übertrieben. "Wenn ein Feuerchen ausbrechen würde, bekommen wir das im Moment mit der Feuerwehr noch gut in den Griff", ist Reck überzeugt.

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