Pegel Trinkwasser: Die Bevölkerung im östlichen Alb-Donau-Kreis ist angesichts der Hitze zum Wassersparen aufgerufen worden.  (Foto: SWR, Hannah Schulze)

Versorgung noch nicht gefährdet

Trinkwasserbrunnen im Alb-Donau-Kreis laufen trocken

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Im östlichen Alb-Donau-Kreis kann aus einem der vier Trinkwasserbrunnen kein Wasser mehr geholt werden. Ein zweiter Brunnen ist gefährdet. Was bedeutet das für die Menschen dort?

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Das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises geht zurzeit nicht davon aus, dass das Wasser knapp werden könnte. Betroffen ist laut der Behörde der Zweckverband Wasserversorgung Steinberggruppe. Er versorgt die Menschen in den Gemeinden Hüttisheim, Illerkirchberg, Schnürpflingen und Staig normalerweise mit Trinkwasser. Neben dem jetzt trockengelaufenen und dem gefährdeten Brunnen gebe es zwei weitere in diesem Bereich.

Inzwischen werden nach Auskunft des Wasserversorgers täglich rund 500 Kubik Wasser eingespart (ein Kubikmeter sind 1.000 Liter, d.Red.). Die Bevölkerung im östlichen Alb-Donau-Kreis war wegen der Hitze zum Wassersparen aufgerufen worden. Man könne beispielsweise in den Heizungsräumen schauen, ob es dort kleine Undichtigkeiten gibt, hieß es. Oft merke man sogenannte schleichende Verbräuche gar nicht, erklärte Lena Münz vom Zweckverband Wasserversorgung Steinberggruppe.

Grundwasserpegel wegen Hitze gesunken

Die derzeitige Hitze und der deswegen gefallene Grundwasserpegel sind laut Landratsamt der Grund für die Probleme mit den Brunnen, die beide nicht sehr tief seien. Ein Ingenieurbüro prüfe jetzt, ob ein Notbrunnen gebohrt werden kann. Denkbar sei auch, dass das Trinkwasser vorübergehend aus Hochbehältern komme, die von Tankwagen aufgefüllt werden. In der Zwischenzeit springe ein anderer Wasserversorger aus der Umgebung, die Illergruppe, ein.

Grundsätzlich verfüge die Region rund um Ulm "über mächtige Grundwasservorkommen (...) im Donauried, in Blaubeuren, im Iller- und im Donautal", erklärte Helmut Reichelt vom Landratsamt. Normalerweise stamme das Trinkwasser aus mindestens 20 bis 30 Meter tiefen Brunnen. Auf der Albhochfläche seien sie teils bis zu 280 Meter tief.

Keine weiteren Probleme mit Trinkwasser im Alb-Donau-Kreis bekannt

Momentan gebe es bis auf die beiden Brunnen der Steinberggruppe keine weiteren Versorgungsprobleme. Der Verband ist einer von 26 öffentlichen Wasserversorgern im Alb-Donau-Kreis.

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"In Anbetracht der derzeitigen Situation bitten wir die Bürgerinnen und Bürger, besonders sparsam mit Trinkwasser umzugehen."

Obwohl die Versorgung derzeit gesichert ist, ruft das Landratsamt die Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gemeinden dazu auf, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Schwimmbäder oder Pools sollten nicht befüllt, Sportplätze nicht beregnet und Gärten nicht bewässert werden.

Reichel kündigte auch an, dass es eventuell Verbote geben könnte, wenn sich die Lage weiter zuspitze. "Auch in unserer Region ist zu beobachten, dass der Grundwasserspiegel mit Ausnahme des Jahres 2021 in den letzten, sehr trockenen Jahren stark gesunken ist."

Keine Wasserentnahme mehr aus Gewässern im Ostalbkreis und im Kreis Biberach

Seit Wochen sinken auch die Pegelstände im Kreis Biberach. Betroffen sind laut Landratsamt auch kleinere Bäche. Zudem leiden in Seen und Teichen Fische und Kleinlebewesen unter extremen Erwärmungen. Die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen ist im Kreis Biberach bis mindestens bis Ende August verboten. Eine entsprechende Verfügung hat das Landratsamt am Freitag (29.7.) mitgeteilt.

Das Amt betont, dass das Entnahmeverbot im Kreis Biberach auch dann gilt, wenn vermeintlich noch ausreichend Wasser vorhanden sei. Im Ostalbkreis ist es bereits seit Dienstag verboten, selbst geringe Mengen aus Gewässern zu holen. Der Kreis Donau-Ries hat seine Bewohner dazu aufgerufen, auf vermeidbare Wasserentnahmen zu verzichten.

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