Trauerfeier in Bopfingen (Foto: SWR, SWR)

Betroffenheit im Ort

Trauerfeier für getötetes Kleinkind in Bopfingen

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Nach dem tragischen Tod eines knapp zweijährigen Jungen aus Bopfingen-Aufhausen (Ostalbkreis) ist die Betroffenheit groß. Am Montag hat es eine Trauerfeier gegeben.

Rund 250 Menschen haben in Bopfingen (Ostalbkreis) am Montag an einer Trauerfeier für einen knapp zweijährigen Jungen teilgenommen. Bewohnerinnen und Bewohner des Teilortes Aufhausen und Umgebung brachten Blumen, Teddybären und Kerzen auf den Dorfplatz. Mit der Andacht wolle man der Trauer und der Bestürzung der Menschen vor Ort Raum geben, hieß es von der Stadtverwaltung.

Der Junge war am Abend des 21. Oktober im Ostalbklinikum in Aalen an den Folgen massiver Misshandlungen gestorben. Die Ermittlungen laufen, der tatverdächtige 32-jährige Lebensgefährte der Mutter des Jungen sitzt in Untersuchungshaft.

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Große Betroffenheit in Bopfingen

Die Anteilnahme im Ort ist nach wie vor groß. Vor dem Haus der Familie liegen Kuscheltiere, Kerzen und Blumen. In der Wohnung soll der Lebensgefährte der Mutter den Jungen so schwer misshandelt haben, dass dieser an den Folgen im Krankenhaus starb. Die Betroffenheit in der Nachbarschaft ist spürbar. Ein Vater drückt aus, was viele denken:

"Alle Eltern fühlen gleich - wenn ich mir dann vorstelle, dass das mit meinem kleinen Bub passieren würde, dann kommst du automatisch her."

Mit der betroffenen Familie habe man hier nicht unbedingt gute Erfahrungen gemacht, heißt es. Andere Eltern sollen den Tatverdächtigen schon beim Jugendamt gemeldet haben, als er den Jungen heftig auf dem Spielplatz beschimpfte.  

"Es ist so, es muss erst etwas passieren, damit man eingreift."  

Bei den Nachbarn, die sich hier treffen, stellt sich auch die Frage, ob das Kind noch leben könnte. Denn die Familie war den Behörden bekannt: Das Landratsamt Schwäbisch Hall bestätigte dem SWR, dass die Familie von der Sozialpädagogischen Familienhilfe betreut wurde. Weil sie allerdings erst Ende 2020 vom Landkreis Schwäbisch Hall in den Ostalbkreis nach Bopfingen umgezogen war, war nach wie vor die Behörde im alten Landkreis zuständig. 

Der Stadtverwaltung war das nicht bekannt, sagte Bürgermeister Gunter Bühler (CDU) dem SWR. Denn üblicherweise werde dies von den zuständigen Jugendämtern nicht gemeldet, aus rechtlichen Gründen.

"Die haben absolut korrekt gehandelt. Ob das [...] im Sinne der Betreuungssituation für so eine Familie richtig ist, ist noch eine ganz andere Frage."

Andere Kinder inzwischen bei Pflegefamilien

Auch auf die Fragen seit wann, warum und wie regelmäßig die Familie betreut wurde, hat die Stadtverwaltung Bopfingen mit Hinweis auf den Datenschutz keine Antwort bekommen. Bei der Mutter lebten noch weitere, ältere Kinder, die in Bopfingen bereits in den Kindergarten und in die Schule gegangen sind. Mittlerweile seien sie in Pflegefamilien, davor aber unauffällig gewesen, so der Bopfinger Bürgermeister.

Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten an der Aufklärung des gewaltsamen Todes des kleinen Jungen. Bisher geben sie kaum Einzelheiten zu dem Fall bekannt. Es werde aber ermittelt, ob sich auch die Mutter oder dritte Personen strafbar gemacht haben, hieß es dazu.

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