Uni Ulm startet "Prometheus"-Studie

Fit im Alter: Ulmer Senioren für Trainingsprogramm für zuhause gesucht

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AUTOR/IN
Peter Köpple

Die Uni Ulm und die Bethesda-Klinik haben ein spezielles Trainingsprogramm für ältere Menschen für zuhause entwickelt. Für ein Pilotprojekt im Land werden jetzt noch Teilnehmer gesucht.

Junge Frau steht vor einer Wand mit dem SWR-Logo und lächelt in die Kamera (Foto: SWR)
Die Sportwissenschaftlerin Nacera Wolf-Belala leitet an der Universität Ulm das Trainingsprojekt für ältere Menschen zuhause.

Bei dem Programm kommt eine Physiotherapeutin ins Haus und trainiert ganz gezielt mit den Seniorinnen und Senioren in deren Wohnung. Für die Studie unter dem Titel "Prometheus - Prävention für mehr Teilhabe im Alter" werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Raum Ulm gesucht. Das Programm soll Kraft, Gleichgewicht und Ausdauer verbessern, damit alte Menschen möglichst lange fit bleiben und ihren Alltag selbstständig bewältigen können. Im Mai hat das Projekt, das in Baden-Württemberg parallel auch in den Städten Stuttgart und Heidelberg läuft, mit ersten Hausbesuchen begonnen.

Wie das Trainingsprogramm konkret abläuft, erläutert die Ulmer Projektleiterin und Sportwissenschaftlerin Nacera Wolf-Belala im SWR-Interview.

SWR: Was sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen, wenn bei diesem Projekt die Physiotherapeutin zu ihnen nach Hause kommt?

Wolf-Belala: Eine langjährig bei uns in der Klinik angestellte Physiotherapeutin kommt zu den Seniorinnen und Senioren nach Hause und dann werden verschiedene Übungen zu Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht gemeinsam erprobt. Es wird geschaut, in welchem Ausmaß und bis zu welchem Schwierigkeitsgrad der einzelne belastbar ist. Das Training wird komplett an denjenigen angepasst. Und dann werden die Übungen gemeinsam gemacht. Die Dauer der Studie beträgt ein Jahr.

Trifft man sich dann immer einmal pro Woche?

Nein, wir haben über diese zwölf Monate hinweg insgesamt zehn Hausbesuche, die am Anfang jedoch häufiger sind, um vertrauter mit dem Programm zu werden. Wir machen aber auch Anrufe zwischendurch, bei denen sich die Physiotherapeutin mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterhält.

Sollen die Teilnehmer dann die Übungen selbstständig zuhause machen?

Genau. Zunächst bringt die Physiotherapeutin den älteren Menschen die Übungen bei, schaut auch, wo sie das sicher machen können. Unsere Wunschvorstellung ist, dass die Teilnehmer drei Mal die Woche 20 Minuten selbstständig zuhause trainieren. Es gibt auch Bildmaterial, das die Übungen veranschaulicht. Die Physiotherapeutin kommt immer wieder, um zu unterstützen, Bedenken zu klären, aber auch, um die Übungen im Schwierigkeitsgrad anzupassen. Das Ziel ist natürlich, dass man besser wird über die Zeit.

In Ulm sollen insgesamt 100 Probanden mitmachen?

Genau. Die Studie findet in insgesamt drei Städten statt. Gemeinsamt mit Heidelberg und Stuttgart suchen wir insgesamt 400 Leute, in Ulm 100. Davon kommt die Hälfte in die Gruppe, die das Training durchführt. Der Rest ist in der so genannten Kontrollgruppe.

Zur Kontrolle haben Sie also eine zweite Gruppe, die diese Übungen gar nicht erhält?

Diese Gruppe bekommt zu Beginn eine Beratung mit unserer Physiotherapeutin, in der es speziell um das Thema Bewegung und Ernährung im Alter geht. Die Gruppe bekommt diesen einmaligen Beratungstermin, aber über das Jahr hinweg kein Training. Wir wollen ja am Ende kontrollieren können, was das Ganze bringt.

Kann man da noch einsteigen? Suchen Sie noch Teilnehmer und Teilnehmerinnen?

Ja, wir suchen noch händeringend Leute. Wir haben bisher ein Drittel und haben mit denen auch angefangen. Jetzt sind wir auf der Suche nach weiteren Interessierten aus Ulm und Umgebung, die Lust haben, mitzumachen.

Wo können sich Interessierte melden?

Man kann sich in der Bethesda-Klinik in Ulm melden unter meiner Telefonnummer 0731-187469 oder auf der Internetseite der Bethesda-Klinik.

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