Stadt will Gespräche mit der Bahn für mehr Sicherheit

Tödlicher Bahnunfall: Jugendlicher in Senden von Zug erfasst

STAND
AUTOR/IN
Maren Haring
Maren Haring (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Am Montagnachmittag ist in Senden (Kreis Neu-Ulm) ein Jugendlicher von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden. Die Stadt will nun auf die Bahn zugehen, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

"Ich finde, hier sollten mindestens Lichtsignale her", sagt eine Frau aus Senden am Tag nach dem tödlichen Unfall an einem Bahnübergang. Die Stelle sehe harmlos aus, die Züge fahren aber schnell, sagt die Mutter. Die könne man durchaus übersehen.

Das sagt auch ein weiterer Sendener. Es bräuchte ein klares Signal, dass sich ein Zug nähert. Es sei allerdings schon etwas getan worden, sagt ein Mann dem SWR. Vor Jahren habe es keine Umlaufgitter gegeben. So empfinde er den Bahnübergang für Fußgänger eigentlich als sicher.

Tödlicher Zusammenstoß mit einem Zug

Der Unfall passierte am Montag um kurz nach 16 Uhr. Laut Polizei wollte ein 14-Jähriger die Gleise mit dem Fahrrad überqueren. Der Bahnübergang an der Stelle ist unbeschrankt, aber mit rot-weißen Gittern gesichert. Augenzeugen berichteten demnach, dass der Jugendliche beim Überqueren nicht auf den Bahnverkehr geachtet habe und den herannahenden Zug übersah.

Bahnübergang in Senden, an dem ein Jugendlicher vom Zug erfasst und getötet wurde (Foto: SWR, Katja Stolle-Kranz)
Katja Stolle-Kranz

Stadt Senden will nach tödlichem Zugunfall schnell Gespräche mit der Bahn

Die Stadt wolle nach dem Unglück am Montag schnell auf die Bahn zugehen, um Gespräche über den Bahnübergang zu führen. Das sagte Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf (CSU) dem SWR. So könnte eine Lichtzeichenanlage zusätzlich zu den Umlaufsperren für mehr Sicherheit sorgen.

Bahnübergang ist in Senden traditionelle Ost-West-Verbindung

Den Übergang einfach zu schließen, sei keine Alternative, so die Bürgermeisterin. Er sei seit vielen Jahrzehnten eine wichtige Verbindung von Ost nach West. Weil die Gleise außerdem so leicht zugänglich sind, fürchtet sie, dass sich die Bürgerinnen und Bürger einfach andere Wege über die Schienen suchen würden.

"Man kann da an jeder Stelle drüberlaufen. Ich fürchte, wenn man diesen gesicherten Überweg auflöst, nehmen viele einen wilden Weg über die Gleise, was der Sicherheit einen großen Abbruch tut."

Jugendlicher starb noch am Unfallort

Bei dem Unglück am Montag erfasste der Zug den 14-Jährigen, der Jugendliche starb noch an der Unfallstelle, so die Polizei. Weil es viele Schaulustige gab, hat die Polizei den Bereich mit Sichtschutzwänden abschirmen müssen.

Notarzteinsatz zw. #Ulm Hbf und #Memmingen beendet. Betriebslage stabilisiert sich. #bahn https://t.co/sWI5jTOiFO

Im Zug selbst wurde keiner der Fahrgäste verletzt. Die Bahnstrecke der Illertalbahn war am Montagnachmittag für drei Stunden gesperrt.

Neu-Ulm

Polizei bekam Hinweis Bahnunfall in Neu-Ulm Gerlenhofen: Getöteter Radfahrer identifiziert

Nach dem tödlichen Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen hat die Polizei das Opfer identifiziert. Es handele sich um einen 58-jährigen Mann.

Aalen

Aalen Lokführer fürchtet Zugunglück - Polizei gibt Entwarnung

Der Notruf eines Lokführers hat am Sonntagnachmittag in Aalen (Ostalbkreis) zu einem großen Einsatz von Polizei und Rettungskräften geführt.