Eine Hand hält ein Handy in der Hand. Auf dem Bildschirm sieht man einen Videoausschnitt aus einem Tik-Tok der Stadt Ulm. Darauf steht: "Jetzt ne Ausbildung machen?" (Foto: SWR, Carina Kremer)

Noch geringe Resonanz

Städte und Bank in Ulm und Heidenheim suchen via TikTok nach Auszubildenden

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Carina Kremer

Die Städte Ulm und Heidenheim und auch die Volksbank Ulm-Biberach gehen bei der Suche nach Nachwuchs neue Wege: Auf TikTok wollen sie junge Menschen auf sich aufmerksam machen.

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In der Empfangshalle der Ulmer Volksbank, wird ein TikTok-Video gedreht. Die Auszubildende Isabell Dell steht vor der Kamera. Die Szene: Das Kundengespräch. Julia Enderle, Referentin für Onlinekommunikation, bespricht mit ihr die letzten Schritte im Skript.

Kurz darauf wird die erste Szene gedreht, ganz einfach mit Handy und Stativ. Die angehende Bankkauffrau hat sich schon mehrfach für derartige Werbevideos zur Verfügung gestellt, TikTok-Videos gehören zu ihrem Arbeitsalltag.

Mit Videos wie diesem will die Bank auf TikTok jungen Menschen Einblicke in den Ausbildungsalltag geben, um so neue Auszubildende anzuwerben. Für Julia Enderle passen eine seriöse Bank und eine hippe Videoplattform durchaus zusammen. Sie sagt: "Wir haben die Herausforderung, die ganz junge Zielgruppe zu erreichen. Da ist TikTok natürlich prädestiniert dafür."

Die Azubis von morgen suchen auch Kommunen wie Heidenheim und Ulm auf Social-Media-Kanälen. Die Stadt Heidenheim konnte über ein lustiges Tanzvideo mit Suchaufruf auf TikTok schon eine Gärtnerstelle besetzen.

Denise Kleis, Leitung Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Ulm, hat den TikTok-Kanal der Stadt Ulm vor einigen Wochen ins Leben gerufen. Sie ist davon überzeugt, so an junge Menschen heranzukommen. Dabei sind ihr nicht nur die Informationen über Ausbildungsangebote der Stadt wichtig, sie möchte die jungen Menschen auch über Themen aus dem Rathaus informieren.

"Ich halte es für wichtig, dass man auch städtische Themen und Inhalte an die jüngere Zielgruppe kommuniziert und durch TikTok erreichen wir die unter 20-Jährigen."

Die Azubi-Suche auf Social Media bedeutet viel Aufwand: Videos planen, drehen, schneiden, bearbeiten, texten, hochladen und den Kanal betreuen. Das kann Stunden beanspruchen. Bisher wurden für diesen Job auch noch keine neuen Stellen geschaffen.

Im Vodergrund steht das Stativ mit Ringlicht. Darin ein Handy. Dahinter stehen die Protagonistinen, zwei Damen. Die Handykamera läuft und es wird Szene für Szene abgedreht. (Foto: SWR)
So sieht ein TikTok-Video-Dreh bei der VR Bank Ulm-Biberach aus: In das Stativ mit Ringlicht wird das Handy geklemmt und dann mit den Protagonistinnen nach Skript Szene für Szene abgedreht.

Bislang keine Bewerbungen, aber einige Kommentare und Views auf TikTok

Der Bewerbungsprozess laufe heute ganz anders als noch vor zehn Jahren, TikTok sei die Zukunft, davon ist stellvertretender Vorstandssprecher der Volksbank Ulm-Biberach, Stefan Hell, überzeugt: "Früher haben wir uns die Menschen rausgesucht, mit Wäschekörben voller Bewerbungsmappen. Das ist heute anders. Wir als Bank bewerben uns auf die Azubis und die Zielgruppe die wir angehen wollen sind absolute User von TikTok."

Bisher allerdings ist die Resonanz auf die TikTok-Videos eher zurückhaltend, sowohl in Heidenheim und Ulm als auch bei der Volksbank. Bewerbungen gab es noch keine, allerdings schon einige Kommentare mit Fragen zum Bewerbungsverfahren.

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