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Auf der Bühne im Theater Ulm wären die "Dreigroschenoper" von Brecht oder Puccinis Oper "Tosca" zu sehen und zu hören - wäre nicht Corona. Wie geht das Theater mit der Situation um?

"Kunst verboten" flimmert auf einem Monitor am Theater der Stadt Ulm. Das Theater hat seine Fenster unter anderem mit Prgrammheften beklebt. (12.11.) (Foto: SWR, Carola Kührig-Schlecker)
Das Theater der Stadt Ulm hat seine Fenster mit Programmheften beklebt - als Reaktion auf die Beschränkungen im erneuten Lockdown Carola Kührig-Schlecker

2021 hat ohne das traditionelle Neujahrskonzert der Philharmoniker am Theater Ulm begonnen. Wegen der Corona-Regeln gibt es diesmal einen musikalischen Videogruß ans Publikum.  

Langfristige Planungen derzeit nicht möglich

Die Verwaltungsdirektorin am Theater Ulm, Angela Weißhardt, sagt, die Corona-Krise habe alles gesprengt, was man bisher am Theater gewohnt war. Die Situation sei total neu gewesen. Denn ein Theater ist auch ein Betrieb, der langfristig planen muss.

Normalerweise wissen die Künstlerinnen und Künstler mit Beginn der Spielzeit, an welchem Tag sie in welcher Vorstellung singen, spielen oder tanzen. Diese Langfristplanung sei momentan nicht möglich, erklärt die Verwaltungsdirektorin.

Entlassungen seien aber nicht ausgesprochen worden. "Das werden wir auch nicht tun", bekräftigt Angela Weißhardt. Allerdings musste bereits im Mai Kurzarbeit angemeldet werden. Sie muss nun im neuen Jahr verlängert werden.

Rund 200 Beschäftigte am Theater Ulm sind coronabedingt weiter in Kurzarbeit. Seit November vergangenen Jahres ist der Spielbetrieb am Theater wieder komplett eingestellt.

Manche Vorstellungen entfallen komplett

Die Hauptrolle spielt natürlich die Musik. Viele der Songs von Kurt Weill aus den Goldenen Zwanzigern sind Ohrwürmer geworden, arrangiert von Star-Trompeter Joo Kraus. Dessen Band swingt auf der Bühne. (Foto: Pressestelle/ Theater Ulm)
Brechts "Dreigroschenoper" - hier im Herbst als konzertante Aufführung unter Corona-Bedingungen Pressestelle/ Theater Ulm

Sobald Theater wieder öffnen dürfen, soll in Ulm Brechts "Dreigroschenoper" nochmal aufgeführt werden. Das sei schon eingeplant. Andere Vorstellungen müssen jedoch entfallen, beispielsweise Puccinis Oper "Tosca".

Man könne so eine Oper nicht vor hundert oder vor 200 Leuten spielen, sagt Angela Weißhardt. Zudem könne man so viele Musikerinnen und Musiker nirgendwo unterbringen. Das sei im Orchestergraben aufgrund der notwendigen Abstände gar nicht möglich. Auch auf der Bühne ist zu wenig Platz, zumal auch dort Corona-Abstände eingehalten werden müssen.

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