Falscher Bankmitarbeiter greift auf Konto zu

Telefonbetrug: Senior aus Westhausen um 150.000 Euro gebracht

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Über Nacht war das ganze Geld weg: Ein Rentner aus Westhausen im Ostalbkreis ist von einem Telefonbetrüger abgezockt worden und hat 150.000 Euro verloren.

Ein Telefonbetrüger hat von einem Rentner aus Westhausen 150.000 Euro erbeutet. (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ein Telefonbetrüger hat von einem Rentner aus Westhausen 150.000 Euro erbeutet. (Symbolbild) Picture Alliance

Wie das Polizeipräsidium in Aalen mitteilte, hatte der Mann am vergangenen Freitag den dubiosen Anruf erhalten. Der Anrufer gab sich als Bankmitarbeiter aus und behauptete, er müsse das Online-Banking und das so genannte TAN-Verfahren des Seniors aktualisieren.

Über TAN-Nummer Zugriff auf Bankkonto des Rentners

Bei einem weiteren Anruf generierte das Opfer, dessen Alter mit Mitte 70 angegeben wurde, eine Transaktionsnummer (TAN) für Aktionen im Online-Banking und teilte diese Nummer dem Anrufer mit. Vermutlich hierdurch, so die Polizei, erlangten die Betrüger Zugang zum Konto des Westhauseners. Das Opfer selbst war indes für seine Online-Geschäfte gesperrt. Erst am Folgetag stellte der Rentner zahlreiche Abbuchungen von seinem Konto fest.

Ermittlungen schwierig - Konten im Ausland

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen, sind aber schwierig. "Wir nehmen natürlich Kontakt zum betroffenen Geldinstitut auf und versuchen herauszufinden, wohin und auf welches Konto die Geldbeträge hin transferiert wurden", erklärt Holger Bienert vom Polizeipräsidium Aalen. Leider zeige jedoch die Erfahrung, dass die Zielkonten oft im Ausland liegen und das Geld dann auch schnell weiter transferiert werde. "So besteht schon nach wenigen Stunden kein Zugriff mehr auf diese Gelder und die Geschädigten bleiben auf ihrem Schaden sitzen."

Polizei: Vorsicht bei Telefonanrufen unbekannter Bankmitarbeiter

Die Polizei rät generell, misstrauisch zu sein, wenn sich unbekannte Anrufer als Bankmitarbeiter ausgeben und niemals Auskunft über persönliche Daten zu geben. Wer derartige Anrufe erhält, solle die eigene Bank und die Polizei verständigen. "Wenn jemand nach Kontodaten oder PIN- oder TAN-Nummern fragt, sollten alle Alarmglocken schrillen", meint Polizeisprecher Holger Bienert. Die Täter seien sehr eloquent und wickelten ältere Menschen oft um ihre Finger, so dass die Opfer die Geschichte tatsächlich glauben. Die Betrugsmasche sei zwar nicht neu. Es komme aber in der Region immer wieder vor, dass Senioren oder Senioren dabei ihr gesamtes Vermögen verlieren.

Sparkasse Ostalb: Oft keine Chance, Geld zurückzuholen

Wenn das Geld einmal überwiesen sei, könne die Bank zwar noch versuchen, zu retten, was zu retten ist, so der Sprecher der Sparkasse Ostalb, Johannes Abele. Oft gehe aber nichts mehr, "vor allem, weil die Betrüger versuchen werden, dieses Geld schnell weiter zu überweisen oder in Barren umzusetzen, so dass wir als Sparkasse gar keine Chance haben, etwas für unsere Kunden zurückzuholen."

Sparkasse: Betrüger stellen oft komplettes Anmeldeverfahren um

Dass im aktuellen Fall von Westhausen 150.000 Euro abgehoben werden konnten, also weit mehr als eine einzige sonst normale Überweisung, dafür hat Johannes Abele eine mögliche Erklärung: "Oftmals ist es so, dass es den Betrügern gelingt, nicht nur einzelne Tans von den Kundinnen und Kunden zu erbeuten, sondern das komplette Anmeldeverfahren im Online-Banking umzustellen. So haben die Betrüger das gesamte Online-Banking der Kunden in der Hand und können Geld transferieren wie sie möchten."

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