Unterschiedliche Preistafeln von Tankstellen: In Ulm sind die Benzinpreise am Mittwochmorgen an einigen Tankstellen gesunken. (Foto: SWR)

Unterschiedliche Reaktionen auf günstigeren Sprit

Viele Tankstellen in und um Ulm setzen Tankrabatt um

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Pünktlich zum 1. Juni haben Tankstellen bundesweit und so auch in und um Ulm herum ihre Sprit-Preise gesenkt. Der große Run auf die Tankstellen blieb am Mittwoch jedoch aus.

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Aufatmen bei vielen Autofahrerinnen und Autofahrern: Die meisten Tankstellen von Ostwürttemberg bis Oberschwaben haben die Preise für Benzin und Diesel mit dem Inkrafttreten des Tankrabattes zum 1. Juni deutlich gesenkt. Mit der vorübergehenden Senkung der Energiesteuer soll Benzin um knapp 30 Cent günstiger werden, Diesel um rund 14 Cent. Im Raum Ulm hatten vielen Tankstellen am Mittwochmorgen ihre Preise gesenkt.

Autofahrer reagieren unterschiedlich auf günstigere Spritpreise

Bei den Autofahrern und Autofahrerinnen stößt der Preisnachlass an der Tankstelle überwiegend auf Freude, es gibt aber auch kritische Stimmen.

"Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein, aber auch nicht mehr."

Ein anderer Autofahrer freut sich: Er habe auf die sofort geltenden günstigeren Preise gehofft: "Als ich die Preise gesehen habe, habe ich gleich umgedreht", sagt er mit einem Lachen. Eine Autofahrerin hat eher zufällig von den gesunkenen Preisen profitiert: Die Tankuhr stand fast schon auf Reserve, deswegen habe sie getankt. In Erbach habe der Preis allerdings noch um 21 Cent höher gelegen als in Ulm, wo sie zum Tanken hielt.

Durchgehend unter zwei Euro: Eine Preistafel zeigt die durch den Tankrabatt deutlich gesunkenen neuen Sprit-Preise. (Foto: SWR, Martin Miecznik)
Deutlich gefallen: Die Spritpreise gingen mit dem Tankrabatt je nach Tankstelle kräftig runter - in Seligweiler bei Ulm sank der Preis für E10 beispielsweise um 40 Cent pro Liter. Martin Miecznik

Etwa um 30 Cent sei der Preis runtergegangen, merkt ein Autofahrer an. Ein anderer kritisiert allerdings: "Mich wundert nur, dass überall um ganz Deutschland herum der Sprit so billig ist, nur in Deutschland ist er teuer. Das verstehe ich nicht."

Tagesschau24: SWR-Reporter Martin Miecznik über den Tankrabatt

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Weitere Spritpreisentwicklung unklar

Fraglich ist, wie sich der Spritpreis weiter entwickeln wird. Die Preise sanken der Beobachtung nach nicht gleich um Mitternacht, aber am Mittwochmorgen waren Benzin und Diesel tatsächlich deutlich billiger. 30 Cent Preisnachlass beim Benzin, 15 Cent beim Diesel waren es hier. Damit hätte nicht einmal der Betreiber einer Tankstelle an der A8 bei Ulm-Seligweiler, Markus Mössner, gerechnet. Er bestimmt die Preise nicht selbst, sondern bekommt sie von der Kette vorgegeben, zu der seine Tankstelle gehört. Er vermutet hinter dem Preisrückgang schon jetzt, pünktlich zum 1. Juni, eine gewisse Nervosität bei den Mineralölkonzernen, der Wettbewerbsdruck dafür sei bestimmt da.

"Letztendlich ist es der Markt, der sie wahrscheinlich dazu zwingt, doch Sachen zu machen, die man vielleicht ungern macht."

Die Bude würde man ihm mit der Preissenkung jetzt allerdings nicht einrennen. Es gebe zwar eine Entspannung, doch insgesamt würden sich die Preise weiter auf einem hohen Niveau bewegen, so Markus Mössner.

Aus Sicht des ADAC gibt es noch Spielraum nach unten

Nicht alle Tankstellen haben die Preise in gleichem Maß gesenkt, aber billiger ist es nun fast überall. Das ergab auch eine landesweite Analyse des ADAC Württembergs. Sprecher Julian Häußler sagte dem SWR, nach den Erkenntnissen von Mittwochvormittag sei E10 um 30 Cent pro Liter billiger geworden und Diesel um 14 Cent. Man müsse abwarten, wie es sich weiter entwickle. Aus Sicht des ADAC gebe es noch Spielraum nach unten.

"Wenn man ausrechnet, wie viel es hätte sein müssen, dann könnten es bis zu 35 Cent pro Liter Benzin und bis zu 17 Cent pro Liter Diesel sein, wenn die Steuersenkung direkt weitergegeben wird."

ADAC empfiehlt, Spritpreise zu vergleichen

Seit dem Tiefstand am Mittwochmorgen sind die Sprit-Preise vielerorts aber langsam wieder nach oben gegangen. Es sei ganz normal, dass die Preise im Laufe des Tages schwankten, so Häußler. "Wir gehen davon aus, dass sich das in den nächsten zwei, drei Tagen einpendelt und dann hat man auch einen besseren Blick, wo wir tatsächlich landen." Damit die Preise niedrig bleiben, empfiehlt der ADAC, die Tankstellen zu belohnen, die den Steuerrabatt tatsächlich weitergeben. Und das, so Julian Häußler, bedeute "vergleichen, vergleichen, vergleichen."

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