Blutbeutel in einem fast leeren Regal im Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm (IKT) (Foto: SWR, Carina Kremer)

Weltblutspendetag am 14. Juni

So viele Blutspenden fehlen in Ulm

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In Ulm gibt es enorme Engpässe bei den Blutspenden. Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) macht sich deswegen inzwischen große Sorgen.

Zwar gingen die Blutspenden um Pfingsten herum generell zurück, dieses Jahr seien es aber besonders wenige, sagte der Vorsitzende der DGTI und Leiter des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm, Prof. Hubert Schrezenmeier, dem SWR. Es sei daher noch wichtiger, am Weltblutspendetag am 14. Juni zum Spenden aufzurufen.

Kühlschränke mit Blutbeuteln. Die Blutspende-Bereitschaft ist in den Pfingstferien stärker zurückgegangen als sonst üblich. (Foto: SWR, Carina Kremer)
Kühlschränke mit Blutbeuteln - der Bedarf ist gestiegen, da planbare Operationen nachgeholt werden. Carina Kremer

Aktion zum Blutspenden in mehreren Großstädten

Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung will mit der Aktion "Einfach machen. Die Tour" mehr Menschen zu einer Spende motivieren. Die Tour macht Station in großen Städten wie München, Leipzig oder Hannover. Spenden sind aber auch wöchentlich mit Termin in Ulm beim Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm (IKT) möglich - oder bei einem der vielen Termine in einzelnen Gemeinden.

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Derzeit nimmt die DGTI täglich rund 1.600 Blutspenden entgegen. "Wir brauchen das auch, um das Universitätsklinikum Ulm und weitere Kliniken und Praxen in der Region zu versorgen", sagte Schrezenmeier. In den vergangenen Tagen liege die Bereitschaft jedoch zehn bis 15 Prozent darunter. "Das macht für die Sicherheit der Versorgung einen großen Unterschied", so Schrezenmeier.

Wieso die Bereitschaft zum Blutspenden zurück geht

"Die Situation ist tatsächlich außergewöhnlicher als wir das sonst von Ferienzeiten kennen", sagte Schrezenmeier dem SWR. Zum einen steige der Bedarf an Blut in den Kliniken, weil Operationen nachgeholt werden müssen, zum anderen nutzten die Bürgerinnen und Bürger den Wegfall der Corona-Einschränkungen wieder mehr für private Aktivitäten und die Spendenbereitschaft sinke.

picture alliancedpa | Bernd Wüstneck (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Weltsblutspendetag soll wieder mehr Menschen zum Blutspenden motivieren. Picture Alliance

"Jede Blutspende zählt und kann Leben retten"

Der Weltblutspendetag soll eine Erinnerung sein, wie wichtig die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Blutprodukten sei. "Jede Spende zählt und kann Leben retten", so Hubert Schrezenmeier. Beispielsweise bei Operationen oder der Therapie bei Krebserkrankungen. Vom Weltblutspendetag erhofft er sich einen Schub.

"Ja, wir sind ganz optimistisch, dass mit der Information über die aktuelle knappe Situation viele Spenderinnen und Spender zu den Blutspendeterminen kommen werden."

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