Entrümpler aus Ichenhausen findet strahlendes Gestein

Radioaktives Gestein von Aalener Betriebsgelände vermutlich harmlos

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Maren Haring
Maren Haring (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Ein Entrümpler hatte ohne sein Wissen strahlendes Gestein von Aalen mit nach Ichenhausen im Kreis Günzburg genommen. Ermittlungen am Donnerstag zeigen, dass die Strahlung wohl natürlich ist.

Der 63-Jährige hatte laut Polizei bei der Entrümpelung eines Gewerbebetriebs im Raum Aalen (Ostalbkreis) einen Karton an sich genommen und ihn mit nach Ichenhausen genommen. Was in dem Karton war, habe er zu dem Zeitpunkt nicht gewusst, teilte die Polizei mit.

Entrümpler entdeckt in Ichenhausen strahlendes Gestein nach Arbeiten in einem Gewerbebetrieb bei Aalen. (Foto: Mario Obeser)
Nach der Entdeckung eines Gefahrensymbols auf einem Kasten fuhren ein 63-Jähriger und ein 41-Jähriger den Karton auf einem Anhänger auf ein abgelegenes Feld. Mario Obeser Bild in Detailansicht öffnen
Hier untersuchten Experten den Inhalt auf die Strahlungsgefahr hin. Mario Obeser Bild in Detailansicht öffnen
Das Kästchen stammt samt Karton und Gestein aus einem Aalener Gewerbebetrieb. Mario Obeser Bild in Detailansicht öffnen
Die Steine stellten sich als leicht strahlend heraus. Mario Obeser Bild in Detailansicht öffnen
Der Anhänger wurde verpackt. Mario Obeser Bild in Detailansicht öffnen
Und dann in einem Container nach Augsburg transportiert. Mario Obeser Bild in Detailansicht öffnen

Erst in Ichenhausen habe er den Karton geöffnet, zusammen mit einem 41-jährigen Mann, und darin ein Kästchen gefunden, auf dem ein Warnhinweis auf einen strahlenden Inhalt hindeutete. Außerdem fanden sich in dem Karton mehrere kleine Gesteinsbrocken. Da der jüngere Mann Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, informierte er sofort die Leitstelle.

Messungen ergaben leichte radioaktive Strahlung bei den Steinen

Zugleich brachten die beiden Männer den Karton samt Kästchen und Steinen auf einem Anhänger auf ein freies Feld fernab von Wohnhäusern. Erste Messungen der Freiwilligen Feuerwehr Ichenhausen und des alarmierten Gefahrguttrupps der Polizei ergaben, dass das Gestein schwach strahlend ist und demnach nur eine Gefahr bei direktem Kontakt darstellt. Bei einer Untersuchung der beiden Männer stellte sich heraus, dass der 41-Jährige leicht kontaminiert war. Er sei vorsorglich dekontaminiert worden. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden.

Entrümpler entdeckt in Ichenhausen strahlendes Gestein nach Arbeiten in einem Gewerbebetrieb bei Aalen. (Foto: Mario Obeser)
Entrümpler entdeckt in Ichenhausen strahlendes Gestein nach Arbeiten in einem Gewerbebetrieb bei Aalen. Mario Obeser

Ermittlungen laufen nun in dem Aalener Gewerbebetrieb

Der Karton mit dem Gestein stammt nach ersten Ermittlungen der Aalener Polizei aus einem leer stehenden Betriebsgelände, auf dem Sammelgegenstände gelagert wurden. Erste Untersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem Fund um natürlich strahlendes Gestein handelt. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe er nicht von einer Straftat aus, so ein Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag.

Keine Ermittlungen gegen die Finder des radioaktiven Materials

Anhänger und Karton samt Gestein waren noch im Laufe des Mittwochabends für den sicheren Transport verpackt worden und unter Polizeibegleitung an das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg gebracht worden. Ein Verfahren gegen die beiden Männer wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen werde man nicht einleiten, sagte ein Polizeisprecher aus Kempten am Donnerstag dem SWR. Der Finder und auch sein Helfer hatten beim Transport keine Ahnung, was in dem Karton war, hieß es zur Begründung.

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