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Viele Eltern hatten darauf gehofft, dass sie ab Montag wieder ihre Kinder in die Grundschule oder in den Kindergarten schicken können. Daraus wird nichts. Reaktionen aus der Region.

Es bleibt so, wie es gerade ist: Kitas und Schulen zu, aber mit Notbetreuung. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Donnerstag verkündet, dass die Schulen mindestens bis Ende des Monats geschlossen bleiben. Die Infektionszahlen seien zu hoch und kein Abwärtstrend erkennbar.

Mutter mit Sohn beim Lernen (Foto: SWR)
Mutter mit Sohn beim Lernen

Langenauer Kinderarzt: Keine andere Lösung möglich

Die weitere Schließung sei für viele Kinder schwierig, sagt Klaus Rodens. Er ist Kinderarzt in Langenau und im Vorstand des Bundesverbandes der Kinder und Jugendärzte. Kinder bräuchten ihr Umfeld und Freunde. Gleichzeitig ließen die Infektionszahlen keine andere Entscheidung zu. Kinder seien vermutlich nicht die Infektionstreiber. Man könne aber ebenso wenig ausschließen, dass Kinder andere Kinder ansteckten.

SPD-Landeschef Stoch (Heidenheim): Entscheidung ist vernünftig

Auch der SPD-Landeschef Andreas Stoch aus Heidenheim begrüßt die Entscheidung der Landesregierung, Kitas und Schulen geschlossen zu lassen. Er hatte zuvor die Öffnungspläne scharf kritisiert, vor allem die Haltung von Kultusministerin Eisenmann. Stoch verwies im SWR auf die hohe Zahl der Menschen, die infolge einer Corona-Infektion gestorben sind. Deshalb seien weitere Einschränkungen nötig.

Keine Öffnung der Schulen. Bei den aktuell weiterhin hohen Inzidenzen ist aus meiner Sicht das Öffnen der Schulen nicht möglich. Denn es besteht die große Gefahr, dass das Virus dort übertragen wird und dann in die Familien getragen. #daswichtigejetzt (1/3) https://t.co/fMesIgB2Qd

Gleichzeitig müsse jedoch alles getan werden, damit Eltern und Kinder wegen geschlossener Schulen und Kindergärten mit ihren Problemen nicht allein gelassen werden.

Baden-Württembergs SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch spricht im Landtag (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Baden-Württembergs SPD-Chef Andreas Stoch aus Heidenheim begrüßt, dass Kitas und Grundschulen geschlossen bleiben. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

"Öffnungsperspektive" für Februar

Wer eine Betreuung für die Kinder brauche, solle auch eine erhalten. Nötig sei außerdem eine "Öffnungsperspektive" für Februar, so Stoch. Die Landesregierung müsse zudem dafür sorgen, dass die Gesundheit von Lehrern und Erzieherinnen besser geschützt werde.

Grünen-Abgeordnete Stumpp (Aalen): Vernunft hat gesiegt

Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete für den Ostalbkreis und Heidenheim, Margit Stumpp, schreibt bei Twitter:– Die Vernunft des Ministerpräsidenten habe zum Glück gesiegt. Die Pandemielage sei äußerst kritisch, aber Kretschmann sähe die schwierige Lage der Kinder und Familien, so Stumpp.

Digitaler Unterricht in der Grundschule kaum möglich

Die Schließung der Grundschulen sei zwar sinnvoll, aber dennoch problematisch, sagt der Direktor des Zentrums für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, Thomas Irion. Digitaler Unterricht in der Grundschule funktioniere nur mit Unterstützung der Eltern und das auch nur begrenzt. Es müssten neue Angebote und Programme für den Fernunterricht für Grundschüler entwickelt werden, etwa ein direkter Lehrer-Schüler-Kontakt per Handy.

Baden-Württemberg

Landesregierung bei Entscheidung uneins Grundschulen und Kitas bleiben in Baden-Württemberg zu - Eisenmann nicht zufrieden

Ministerpräsident Kretschmann und Kultusministerin Eisenmann lassen Kitas und Grundschulen erst einmal geschlossen. Einig waren sie sich bei dieser Entscheidung aber offenbar nicht.  mehr...

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