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Die von Bund und Ländern beschlossenen Lockdown-Maßnahmen bis Ende Januar finden in der Region Zustimmung, aber auch Kritik. So fordert die Handwerkskammer Ulm weniger Bürokratie bei den Hilfspaketen.

Der SPD-Landeschef Andreas Stoch aus Heidenheim und die Bundestagsabgeordnete der Grünen aus Aalen-Heidenheim, Margit Stumpp, kritisierten die unklaren Vorgaben für Schulen und Kitas. Nötig sei auch eine Betreuungsgarantie für diejenigen Familien, die Homeoffice und Kinderbetreuung nicht vereinbaren könnten.

Handwerkskammer Ulm fordert unbürokratische Hilfen

Es sei wichtig, dass jetzt alles daran gesetzt werde, so zügig und umfangreich wie möglich zu impfen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, so die Ulmer Handwerkskammer. Gleichzeitig dürften bei aller Sorge um das Infektionsgeschehen betroffene Unternehmen nicht allein gelassen werden. Hilfe dürfe nicht nur angekündigt werden. Viele Betriebe beklagten, dass die Inanspruchnahme und Abwicklung viel zu bürokratisch seien und Auszahlungen ausblieben.

Handel und Hotels fürchten Pleiten

Handel und Hotels in Aalen und Heidenheim leiden unter dem aktuellen Lockdown. Finanziell wird es eng. Eine Sprecherin des Heidenheimer Hotel- und Gaststättenverbandes DeHoGa fürchtet Pleiten ab Februar.

In einem geschlossenen Geschäft hängt ein Schild mit der Aufschrift «geschlossen». (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)
Am Dienstag haben die Bundeskanzlerin und die Länderchefs die Fortsetzung des Lockdowns bis Ende Januar beschlossen.(Symbolfoto) picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen

Es sei schon passiert, dass die Abschlagzahlungen nur ein Drittel der vom Steuerberater errechneten Summe ergaben. Das sagt Evelyn Scherff, Vorsitzende des Heidenheimer Hotel- und Gaststättenverbandes, DeHoGa, über Erfahrungen ihrer Mitglieder. Wenn es bis Ende Januar dauere, bis Geld fließt, dann sei ihre Befürchtung, dass einige Betreiber es nicht schaffen werden.

"Wenn das Geld nicht in nächster Zeit fließt, droht im Februar und März eine Pleitewelle, die hat Deutschland noch nicht gesehen."

Evelyn Scherff, 1. Vorsitzende des DeHoGa im Kreis Heidenheim

Es müsse gerechter zugehen, fordert Reinhard Skusa vom Aalener Citymarketing Aalen City Aktiv. Die Online-Händler machten derzeit Umsätze, Discounter verkauften auch Dinge, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. Darauf müsse man achten.

Fußgängerzone Aalen (Foto: SWR)
Die Aalener Innenstadt im November (Archivbild)

"Die Ware wird jeden Tag weniger Wert. Wer kauft im Februar noch Wintersachen? Es ist eine sehr angespannte Situation. Oft ist die Ware nicht aus Eigenmitteln finanziert, sondern mit Fremdkapital. Keiner traut sich, Neuware für das Frühjahr zu kaufen."

Reinhard Skusa, Aalen City Aktiv

Die Banken, so Evelyn Scherff, gewähren vielleicht noch einen Überbrückungskredit, aber zu Preisen, bei denen sich die Hotel- und Gaststättenbetreiber überlegen, ob sie das wollen und können.

Dennoch: Reinhard Skusa von Aalen City Aktiv ist zuversichtlich, dass, sobald die Corona-Lage ist im Griff ist, die Menschen auch wieder in die Stadt kommen und einkaufen gehen.

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