Totgeburten und früher Kindstod: Wohin mit der Trauer?

Gedenkstätte für Sternenkinder in Ulm-Donaustetten

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An der katholischen Kirche in Ulm-Donaustetten ist eine Gedenkstätte für Sternenkinder eingerichtet worden. Für trauernde Familien ist das ein wichtiger Ort es Erinnerns.

Sternenkinder, Schmetterlingskinder, Engelskinder: Gemeint ist jeweils das selbe: Es geht um Babys, die tot geboren werden oder kurz nach der Geburt sterben. Das ist für viele Eltern ein Schock. Und es zieht oft einen Schmerz nach sich, der lange anhält. Oft gibt es nicht einmal eine kleine Beisetzung. Jetzt haben die Betroffenen an der katholischen Kirche in Ulm-Donaustetten eine Gedenkstätte - einen Ort, an den sie mit ihrer Trauer gehen können.

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Selbsthilfegruppe mit 30 aktiven Familien

Zustande kam die Gedenkstätte über eine Selbsthilfegruppe, die es seit 2005 gibt. Seither haben rund 70 Familien daran teilgenommen, 30 seien derzeit "aktiv". Solch ein Ort sei wichtig, sagt Sabine Jakob, die Mitglied der Selbsthilfegruppe ist. Sie hat selbst ein Kind verloren. "Wir werden oft nicht als Mütter und Väter anerkannt. Wir sind oft nicht sichtbar", erläutert Jakob. Manche Mütter und Väter haben kein Grab, an dem sie trauern können. Solch eine Gedenkstätte könne diesen helfen.

Diese Sternenkindergruppe ist nach eigener Aussage von der Kirchengemeinde Donaustetten angesprochen worden, ob sie bei der Gestaltung des Kirchplatzes mitwirken will. Man hat sich dafür entschieden. Seit Sonntag steht ein Amberbaum dort und eine Stele mit einem Gedicht.

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