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Steigende oder fallende Coronavirus-Inzidenzen sorgen für Wirrwarr um Ladenöffnungen in der Region: Der Ostalbkreis nimmt Lockerungen wieder zurück, der Kreis Heidenheim öffnet regulär.

Regionale Unterschiede bei der Anzahl der Coronavirus-Infektionen, damit verbundene steigende oder fallende 7-Tage-Inzidenz-Werte und die daraus von den Landratsämtern verfügten Corona-Beschränkungen oder -lockerungen sorgen derzeit in der Region für einen Wirrwarr bei den Ladenöffnungen.

Aktuelle Corona-Inzidenz-Wert des Alb-Donau-Kreies auf der Internetseite des Landratsamtes in Ulm (Foto: SWR, Volker Wüst)
Im Alb-Donau-Kreis sind die Inzidenz-Werte wieder stark gestiegen. Volker Wüst

Alb-Donau-Kreis: Läden müssen komplett schließen

Im Alb-Donau-Kreis muss der Einzelhandel ab Mittwoch (17.3.) wieder komplett schließen. Dies teilte das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises am Montag mit. Die 7-Tage-Inzidenz liege inzwischen stabil über dem Wert von 100/100.000 Einwohner. Die anhaltend hohen Infektionszahlen und ein diffuses Infektionsgeschehen ließen keine Wahl, begründete Landrat Heiner Scheffold die Notbremse.

Zahlreiche Ausbrüche in Kitas und Schulen

Neben einer Vielzahl von Ausbrüchen im privaten Umfeld verwies der Landrat auf zahlreiche Ausbrüche in Kitas und Schulen in mehreren Städten und Gemeinden im Kreisgebiet, sowie auf Corona-Fälle in verschiedenen Betrieben.

Öffnungsschritte werden zurückgenommen

Zahlreiche, für das Kreisgebiet geltende Öffnungsschritte würden deshalb wieder zurückgenommen. So etwa das Terminshopping im Einzelhandel ("Click and Meet") , stattdessen gilt wieder Bestellen und Abholen ("Click and Collect"). Auch Museen, Galerien, Kosmetik-, Nagel-, Massagestudios sowie Sonnen-, Tattoo- und Piercingstudios müssen wieder schließen. Untersagt wird demnach auch die Nutzung von Sportanlagen für den Amateur- und Freizeitindividualsport.

Wieder verschärfte Kontaktbeschränkungen

Zudem dürfen sich Angehörige eines Haushalts nur wieder mit einer weiteren Person treffen, Kinder unter 14 Jahren der jeweiligen Haushalte nicht mitgerechnet.

Unter anderem der Schulbetrieb und die Kindertageseinrichtungen sind nicht von diesen Regelungen betroffen.

In vielen Landkreisen in Baden-Württemberg, so auch im Ostalbkreis, darf nur mit Termin eingekauft werden (Sujetbild). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael)
In vielen Landkreisen in Baden-Württemberg, so auch im Ostalbkreis, darf nur mit Termin eingekauft werden (Sujetbild). picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael

Ostalbkreis: Nur noch Termin-Shopping möglich

Die Geschäfte im Ostalbkreis hatten erst zu Beginn der vergangenen Woche wieder geöffnet, ab Montag (15. März) gelten wieder schärfere Regeln. Laut Landratsamt lag der 7-Tage-Inzidenzwert am vergangenen Freitag bereits den dritten Tag in Folge über 50. Deshalb müssen Kundinnen und Kunden von Ladengeschäften ab Montag vorher Termine vereinbaren. Das Gleiche gilt für Museen und botanische Gärten. Auch Sport im Freien wird wieder eingeschränkt und darf nur von maximal fünf Personen aus zwei Haushalten gemeinsam betrieben werden. Kinder bis 14 Jahren werden dabei nicht mitgerechnet. Auch der Betrieb von Musikschulen ist untersagt. Lockerungen kann es wieder geben, wenn an fünf Tagen in Folge die 7-Tage-Inzidenz wieder unter 50 liegt.

Kreis Heidenheim: Geschäfte dürfen normal öffnen

Andersherum im Kreis Heidenheim: Dort liegt die Inzidenz seit mehreren Tagen konstant unter 50, alle Geschäfte dürfen deshalb normal öffnen, unter den üblichen Hygienebedingungen.

Kreis Neu-Ulm: Einzelhandel bleibt regulär geöffnet

Gleiches gilt für den Kreis Neu-Ulm: Die 7-Tage-Inzidenz liegt knapp unter 50 - der Einzelhandel ist regulär geöffnet. Allerdings treten ab Dienstag (16.3.) wieder verschärfte Kontaktbeschränkungen in Kraft. Nach Mitteilung des Landratsamtes dürfen sich nur noch zwei Haushalte treffen, insgesamt maximal fünf Personen, Kinder unter 14 nicht mitgerechnet. Der Grund: Der Inzidenzwert von 35 wurde an drei Tagen hintereinander überschritten. .

Kreis Donau-Ries: Verschärfte Corona-Regeln

Verschärfte Kontaktbeschränkungen wegen steigender Inzidenz-Werte gelten auch im Kreis Donau-Ries. Erlaubt sind nur noch Treffen von maximal fünf Personen aus zwei Haushalten. Im Schulbetrieb gibt es trotzdem seit Montag die Lockerung, dass auch weiterführende Schulen Präsenzunterricht anbieten können. Steige die Inzidenz dauerhaft über 50, müssten die Schülerinnen und Schüler wieder zuhause bleiben, hieß es dazu.

Kreis Dillingen: Handel nicht betroffen, aber Kontaktbeschränkungen

Im Kreis Dillingen treten am Montag wegen des gestiegenen Inzidenzwertes erneut Kontaktbeschränkungen in Kraft. Das teilte das Landratsamt mit. Dann dürfen sich nur noch Menschen aus maximal zwei Haushalten treffen, mehr als fünf Personen dürfen nicht zusammenkommen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. In Bayern gilt der Inzidenzwert 35, ab dem Kontakte wieder eingeschränkt werden müssen. Allerdings seien weitere Lebensbereiche wie Schulen und Handel nicht betroffen, so die Mitteilung. Hier gibt es weitere Einschränkungen erst, wenn der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 50 liegt.

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