Detail des Frieses vom Konradin-Stauferumzug in Schwäbisch Gmünd (Foto: SWR, Martin Miecznik)

Edelstahl-Kunst an Einkaufszentrum

Schwäbisch Gmünd erinnert mit 60 Meter langem Fries an die Staufer

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Martin Miecznik
SWR Aktuell Autor Martin Miecznik (Foto: SWR)

Das Adelsgeschlecht der Staufer ist in Schwäbisch Gmünd allgegenwärtig. An den letzten Staufer Konradin soll künftig ein Kunstwerk an der Remsgalerie erinnern.

Schwäbisch Gmünd und die Stauferkönige - das ist eine Kombination, die zusammengehört. Das Adelsgeschlecht gründete mit Konrad III. im 12. Jahrhundert nachweislich die Stadt. Barbarossa, Heinrich VI., Friedrich II. hatten mit ihr zu tun. Genauso wie Konradin, der letzte Staufer. Ihm zu Ehren entsteht gerade ein imposanter Edelstahl-Fries, ein 60 Meter langer Festzug, an der Fassade eines Einkaufszentrums, der Remsgalerie. Die erste Hälfte wurde jetzt aufgehängt.

Darauf ist zu sehen, wie Konradin mit großem Gefolge in die Stadt Schwäbisch Gmünd reitet. Fanfarenbläser, Lanzenträger, Bürgerinnen und Bürger. Mittendrin der König auf seinem Pferd. Umgesetzt wird das mit Edelstahltafeln, in die diese Motive hineingeschnitten wurden.

Wie ein gigantischer Scherenschnitt wirkt das, was da in Einzelteilen an die Südwand der Remsgalerie in Schwäbisch Gmünd gehängt wird. Günter Reichert setzt das Projekt technisch um, von der Zeichnung zum Fries.

Das Stauferfries wird an ein Einkaufszentrum in Schwäbisch Gmünd montiert (Foto: SWR, Martin Miecznik)
Montage des Stauferfrieses: Die Remsgalerie bekommt eine neue Attraktion an der Außenwand. Martin Miecznik

"Beeindruckend ist für mich, dass man die Unter-Konstruktion fast nicht sieht. Und dass das zerschneiden des Bildes in Tafeln auch nicht sehr auffällig ist."

Geschaffen hat das Kunstwerk der Schwäbisch Gmünder Künstler Ballehr. 60 Meter lang wird der Festzug am Ende sein. Derzeit geschafft sind 30 Meter, Konradin ist schon zu sehen. Dass sein Gefolge noch nicht an der Wand hängt, hat finanzielle Gründe. Denn das ganze Projekt ist über einen Verein finanziert, und der sucht noch Sponsoren. Wer das 300.000 Euro Projekt unterstützen will, kann zum Beispiel eine Patenschaft für eine der Figuren übernehmen. Die kleineren Figuren allerdings haben schon Paten, die größeren sind noch zu haben.

"Alle Pferdeführer, alle Fahnen, alles was "günstig" war, um 1.000 Euro, gibt es nicht mehr. Es gibt natürlich noch Ritter, die sind dann alle ab 2.000 Euro, bis 4.000 Euro."

Begeistert ist Gmünds erster Bürgermeister Christian Baron von dem Kunstwerk. Denn für die Gmünder ist der Fries die sichtbare Fortsetzung ihrer Stauferspiele. Finanziell unterstützen kann die Stadt das Projekt aber nicht. Denn sie ist knapp bei Kasse, und die Finanzierung als Gemeinschaftsprojekt durch Sponsoren sei auch dem Kunstwerk angemessen, so Baron.

Schwäbsich Gmünds Erster Bürgermeister Christian Baron lobt das Engegement für die Schaffung des Kunstwerks (Foto: SWR, Martin Miecznik)
Hochachtung ja, Geld nein: Der erste Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Christian Baron, ist für eine Sponsorenlösung zur Finanzierung des Frieses Martin Miecznik

"Das ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die Staufer und Gmünd und auch die Bevölkerung gehören zusammen."

Also muss der Weiterbau des triumphalen Einzugs noch ein bisschen warten, bis wieder Geld in der Vereinskasse ist.

Stauferfries bei Nacht (Projektzeichnung): Das Kunstwerk wird von hinten beleuchtet. (Foto: SWR, Martin Miecznik)
...bei Nacht soll die Konstruktion von hinten beleuchtet werden und so einen ganz neuen Eindruck verschaffen. Martin Miecznik

Bei Tag soll der Schattenwurf der Figuren eine weitere optische Ebene ermöglichen, bei Nacht soll der Fries von hinten beleuchtet werden und dann noch einmal eine andere Perspektive zeigen. Wenn es mal fertig ist.

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