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Nach der Insolvenz der Bremer Greensill-Bank wollen acht Kommunen aus Baden-Württemberg an einem Strang ziehen, um möglichst viel Geld zurückzubekommen. Darunter ist auch die Stadt Heidenheim.

Der Verbund der betroffenen Kommunen kündigte an, alle geeigneten Rechtsmittel einzulegen und Schadenersatz zu fordern. Die Kommunen organisieren sich nicht nur landesweit, sondern auch auf Bundesebene. 26 betroffene Städte und Gemeinden habe sich zusammengetan.

Heidenheim legte drei Millionen Euro an

Die Stadt Heidenheim hatte nach eigenen Angaben vor zwei Jahren drei Millionen Euro bei der Greensill-Bank angelegt. Zum Zeitpunkt der Anlageentscheidung sei die Bank mit einem positiven, stabilen Rating bewertet worden. "Eine Bank, die auf A geratet ist, verdient unser Vertrauen", sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg dem SWR.

Doch die Finanzaufsicht Bafin hatte die Bremer Bank Anfang März wegen drohender Überschuldung für den Kundenverkehr geschlossen. Am Dienstag wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

OB Ilg kritisiert Bafin

Viele Kommunen üben Kritik an der Bafin, auch der Heidenheimer Oberbürgermeister. Die betroffenen Kommunen seien nicht nur zu spät informiert worden, er habe sich auch mehr Sorgfalt bei der Überprüfung der Bank gewünscht, so Ilg.

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Greensill Bank AG, die Bafin hatte Strafanzeige gestellt. Dem Vernehmen nach geht es um den Vorwurf der Bilanzfälschung.

Die drei Million Euro sind laut Ilg nur ein kleiner Anteil der Gelder der Kreisstadt. Insgesamt hat Heidenheim 75 Millionen Euro bei Banken liegen. Dennoch klaffe durch das verlorene Geld eine finanzielle Lücke. Das könne man nur kompensieren, wenn die Stadt weniger Geld ausgebe und an anderer Stelle wieder mehr einnehme. "Ärgerlich bleibt, dass wir betrogen wurden", so Ilg.

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