"Es wird von Tag zu Tag dünner"

Sportvereine im Großraum Ulm fürchten den Lockdown

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Schränken Sie Kontakte ein, mahnt RKI-Chef Wiehler. Das gilt auch für den Sport. Viele Sportvereine in der Region fürchten jedoch den Lockdown für den Freizeitsport.

"Wer treibt eigentlich noch Sport?" Walter Hirsch, der Vorsitzende des VfL Günzburg muss kurz nachdenken, denn auch in seinem Verein wird es wieder stiller. Die Handballer spielen am Samstag noch in der dritten Liga gegen Pfullingen, die Tischtennis- und die Badmintonspieler haben bereits alle Aktivitäten eingestellt.

Tischtennisschläger und Ball auf einer Tischtennisplatte (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance  Eibner-Pressefoto  Fleig  Eibner-Pressefoto)
Die Tischtennisabteilung des VfL Günzburg hat bereits alle Aktivitäten eingestellt picture alliance Eibner-Pressefoto Fleig Eibner-Pressefoto

2G-Plus macht es in Bayern schwierig

Für Sport in Bayern gilt 2G-Plus, Erwachsene müssen also genesen oder geimpft sein und zusätzlich vor Wettkämpfen oder dem Training einen negativen Test vorweisen. Das bringt den Freizeitsport beinahe zum Erliegen, sagt Walter Oberdorfer, der Vorsitzende des VfL Leipheim.

"Im Bereich der Kinder sind wir noch relativ aktiv. Mutter-Kind-Turnen ist sehr gefragt. Ansonsten wird es von Tag zu Tag dünner."

Joggerinnen auf einem Parkweg (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance / dpa -  Norbert Schmidt)
Der Freizeitsport beim VfL Leipheim ist nahezu zum Erliegen gekommen (Symbolbild) picture-alliance / dpa - Norbert Schmidt

Ungeimpfte sind faktisch ausgeschlossen

Dünner wird es von Tag zu Tag auch auf baden-württembergischer Seite. 2G gilt hier für Sportler. Ungeimpfte sind damit auch vom Sport nahezu ausgeschlossen. Der Geschäftsführer des SSV Ulm, Fabian Göggel, bekommt den Unmut zu spüren. Zwar werde in vielen Abteilungen noch trainiert, aber die steigende Unsicherheit wird spürbar, sagt Göggel.

"Je roter die Karten werden, die in den Medien gezeigt werden, desto weniger Menschen kommen auch zum Training, weil einfach viele vorsichtig sind."

Corona-Fall beschäftigt HSB-Familie

Ungeimpfte müssen draußen bleiben, das wird auch beim Heidenheimer Sportbund konsequent umgesetzt. Zum Beispiel in der Schwimmabteilung. Dass Training und Wettkämpfe ausfallen, sagt Abteilungsvorstand Eduard Marker sei zwar schlimm, doch das persönliche Schicksal eines Übungsleiters beschäftige die HSB-Familie gerade viel mehr. Der 38-Jährige aus einer Kampfsport-Abteilung kämpft auf der Intensivstation ums Überleben.

"Ein Bär von Mann, groß, stark, hat nie geraucht, war kerngesund! Dass Corona ihn so erwischt hat, ist unbeschreiblich."

Wenn Corona so nah kommt, rückt anderes, auch der Sport, in den Hintergrund.

Ein Lockdown ist fast unvermeidlich

Angesichts täglich steigender Inzidenzzahlen spricht Walter Hirsch vom VfL Günzburg aus, was andere vielleicht noch nicht wahrhaben wollen. "Wir müssen eigentlich vernünftig sein, es kommt schon jetzt einem Lockdown gleich. Wir müssen diesen letztlich auch durchziehen. Die Gefahr ist viel zu groß."

Im Amateur- und Freizeitsport gehen für diesen Winter bald die Lichter aus, es scheint nur noch eine Frage der Zeit.

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