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Cafés und Restaurants sind wieder geöffnet, das Wetter passt. Und doch läuft in der Gastronomie noch nicht alles rund. Gastronomen aus Neu-Ulm nennen einige Gründe.

Das Leben ist zurück, in Karin Ecks Café-Restaurant in Neu-Ulm. Etwa die Hälfte der Tische im Freien ist um die Mittagszeit besetzt. Es könnten mehr kommen, doch die Kundschaft sei noch verunsichert, sagt Karin Eck. Den ganzen Tag klingle das Telefon mit Anfragen wie: "Mit wie vielen Leuten darf ich kommen, brauche ich einen aktuellen Corona-Test, wie sieht es aus?"

Immer noch Personal in Kurzarbeit

Die Gastronomin hat die sonst üblichen Öffnungszeiten verkürzt, "weil ich nicht mehr soviel Personal habe. Die ganzen Aushilfen musste ich ja entlassen und ich bin auch jetzt noch ganz vorsichtig, solange ich noch nicht alle aus der Kurzarbeit herausgenommen habe." Dass es ihr Café überhaupt noch gibt, habe sie den staatlichen Corona-Hilfen zu verdanken, aber auch vielen Stammgästen, die während des Lockdowns Pralinen, Torten und Gerichte zum Mitnehmen geholt haben.

Einige besetzte Tische in einem Neu-Ulmer Café (Foto: SWR, Isabella Hafner)
Noch Zurückhaltung bei der Kundschaft: In diesem Neu-Ulmer Cafe sind zur Mittagszeit noch Plätze frei. Isabella Hafner

Hilfen vom Staat und der Stadt

Wie viele Neu-Ulmer Gastronomen die Krise nicht überlebt haben, können bisher weder Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) noch der Wirtschaftsbeauftragte der Stadt, Bernd Neidhart, sagen. Sie wissen nur von einem Café im Zentrum, das aufgeben musste. Die Stadt versuchte zu helfen, indem für die Außengastronomie mehr Platz genehmigt wurde.

Corona-Regeln verwirren Gäste

Noch bis Ende des Jahres dürfen Tische und Stühle auf Parkflächen, Gehwege und Plätze gestellt werden. Das nutzt auch Fotios Rizos mit seiner griechischen Taverne am Johannisplatz. Doch auch seine Kundschaft sei ganz durcheinander wegen der Corona-Regeln, hole oftmals lieber noch das Essen ab - und auch ihm fehle Personal. Aber er bleibt optimistisch und glaubt, dass es ab Juli besser wird.

Lieferservice bringt nur wenig Umsatz

Am Petrusplatz bedient ein italienisches Restaurant wieder seine Gäste. Chef Alessandro Nestola sagt, etwas auf Trab halten auch ihn und sein Personal die Aufklärungsarbeit zu den wechselnden Coronaregeln. Aber er ist froh, dass sich die Tische wieder füllen. In den ersten beiden Tagen sei sein Restaurant komplett ausgebucht gewesen: "Dadurch, dass wir im Lockdown Essen to go und Lieferservice gemacht haben, haben wir unser Personal einigermaßen weiter beschäftigen können." Richtig Umsatz könne man aber erst mit einem geöffneten Lokal wieder machen: "Was wir jetzt in drei Tagen Umsatz gemacht haben, das entspricht einem Monat to go-Geschäft."

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