Die Wartelisten für Ferienfreizeiten für Kinder sind lang. In der Gruppe ins Freibad können sie dann wohl nur mit ihren Eltern.  (Foto: dpa Bildfunk, SWR, picture alliance/dpa | Annette Riedl)

Nachfrage übersteigt Angebot

Sommerferien-Freizeiten von Ostalb bis Oberschwaben heiß begehrt

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Ferienfreizeiten im Sommer für Schülerinnen und Schüler sind dieses Jahr der Renner. Es gibt meist zwar genauso viele Plätze wie vor der Pandemie, aber die Nachfrage steigt.

Auf jeden Platz in der Ferienbetreuung der Jugendfarm Ulm kommen drei Kinder, so hoch ist die Nachfrage, berichtet deren Leiter Achim Spannagel. In den Ferien können jeweils 56 Kinder eine Woche auf der Jugendfarm am Unteren Kuhberg verbringen.

"Das Interesse und die Nachfrage nach Natur wächst."

Ein Problem jedoch ist, dass immer weniger Jugendliche ehrenamtlich als Betreuer mithelfen. Die Konkurrenz von Playstation und Fußball ist groß, auch haben die Kinder immer mehr in der Schule zu tun, hat Spannagel beobachtet.

Betreuer werden immer weniger

Auch der Kreisjugendring im Ostalbkreis stellt fest, dass es immer schwieriger wird, ehrenamtliche Helfer zu finden. In diesem Jahr musste noch keiner der Anbieter sein Angebot kürzen, erklärt Nina Hartmann vom Kreisjugendring, jedoch mache es sich schon bemerkbar, dass der Nachwuchs fehlt. Das könne ein Problem im nächsten Jahr werden.

"Wegen der Coronapandemie sind Freizeiten ausgefallen, dadurch fehlen die 13 und 14-Jährigen, die normalerweise ins Betreuerteam gewechselt wären."

Beim Kreisjugendring hat man festgestellt, dass die Nachfrage zwar nicht unbedingt größer ist als in den vergangenen Jahren, aber dass die Eltern sich jetzt wesentlich früher im Jahr um eine Betreuung gekümmert haben.   

Ferienfreizeit Ruhetal mit weniger Plätzen

Im Ruhetal in Ulm nehmen sie in diesem Jahr weniger Kinder auf als vor der Pandemie. Statt über 300 pro 14-tägigen Abschnitt in den Sommerferien sind es in diesem Jahr nur etwa 200 Kinder. Zum einen soll so besser auf die Kinder eingegangen werden können, da unklar ist, wie die die Coronazeit verkraftet haben. Zum anderen will der Veranstalter die Möglichkeit haben, bei Bedarf auch ukrainische Kinder ins Waldheim mitnehmen zu können. Auch auf mögliche Änderungen der Corona-Regeln soll so besser reagiert werden können. Da weniger Kinder betreut werden müssen, hat das Ruhetal einigen Ehrenamtlichen für diese Saison absagen müssen.

Plätze bei Ulmer Kindersportschule in drei Minuten ausgebucht

Auf der Internetseite der Kindersportschule des SSV Ulm 1846 waren die Plätze für die Sommerfreizeit binnen drei Minuten voll, berichtet Sportschulleiter Torsten Kimpfler. Rund 80 Eltern haben dem Pädagogen zufolge angefragt. In den ersten beiden Ferienwochen Anfang August können je 30 Kinder mitmachen.

Torsten Kimpfler will im Sommer auch wegen der geringeren Corona-Ansteckungsgefahr im Freien mit den Kindern ins Freibad gehen.  (Foto: SWR, Christian Hammer)
Der Leiter der Kindersportschule des SSV 1846 Ulm, Torsten Kimpfler, würde gerne mehr Kindern einen Platz für die Sommerferien geben, doch das sei personell nicht möglich. Für die ersten beiden Ferienwochen haben jeweils 30 Kinder Plätze bekommen. Christian Hammer

"Wir haben das Anmeldeportal um 18:46 Uhr geöffnet. Um 18.48 Uhr waren schon alle Plätze weg".

Wer um 18:49 das Anmeldeformular weggeschickt hatte, habe "leider schon Pech gehabt". Trotz der schon seit Jahren anhaltend hohen Nachfrage für die Ferienwochen der Kindersportschule ist es Kimpfler zufolge nicht möglich, mehr Kinder aufzunehmen. "Das gibt unser Personal leider nicht her", erklärte der Sportschulleiter. Jugendliche, die ein Freiwilliges soziales Jahr absolvierten, bräuchten noch Zeit, um die Aufsicht über mehrere Kinder zu übernehmen und mit ihnen zum Minigolf, Radfahren oder Schwimmen zu gehen. Auch in den kommenden Jahren werde sich nicht viel ändern. "Mehr Kinder aufnehmen, können wir erstmal bis auf Weiteres nicht". Die hohe Nachfrage werde daher bleiben.

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