SI Club Ulm-Donaustadt

Ulmer Frauen feiern 100 Jahre Soroptimist International

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Den Frauen weltweit eine Stimme geben, das ist das Ziel der Vereinigung Soroptimist International. Dieses Jahr feiern die Soroptimistinnen ihr 100-jähriges Jubiläum - auch in Ulm.

Ulmerinnen und Ulmer kennen den Soroptimist International Club (SI) vielleicht von der Kulturnacht: Alljährlich präsentiert sich der SI Club Ulm-Donaustadt beim "Canapé rouge", einer Veranstaltung vor dem Ulmer Stadthaus.

Die Singer-Songwriterin Diana Ezerex vor dem Ulmer Stadthaus (Foto: SWR, Annette Schmidt)
Die Singer-Songwriterin Diana Ezerex im Jahr 2020 auf der Bühne von Soroptimist International vor dem Ulmer Stadthaus Annette Schmidt

Markanter Punkt der Veranstaltung ist das rote Sofa. Dort werden "Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses" zu aktuellen Themen interviewt, wie es auf der Homepage des SI Clubs heißt. In diesem Jahr ist es Ulms Kulturbürgermeisterin Iris Mann, die auf dem Sofa Platz nimmt.

100 Jahre Soroptimist International: "Frauen werfen ihre Netze aus"

Der Titel des diesjährigen Talks auf dem roten Sofa lautet: "Frauen werfen ihre Netze aus". Gleichwohl versteht sich der SI Club nicht nur als Netzwerk. Die Soroptimistinnen legen nach eigenem Bekunden Wert auf die freundschaftliche Verbundenheit der Mitglieder.

Berufung zur Wohltätigkeit

36 Frauen sind derzeit im SI Club Ulm-Donaustadt engagiert. Der Einstieg in den Club folgt einem Reglement: Nicht jede Frau, die will, kann mitmachen. Potentielle Neumitglieder werden vielmehr von den Clubschwestern "identifiziert und vorgeschlagen", sagt die Präsidentin des Clubs Ulm-Donaustadt, Emmy Megler.

Emmy Megler ist Gründungsmitglied des Soroptimist International Clubs Ulm-Donaustadt und seit 2004 dessen Präsidentin (Foto: Emmy Megler)
Emmy Megler ist Gründungsmitglied des Soroptimist International Clubs Ulm-Donaustadt (gegründet 2004) und derzeit dessen Präsidentin (Amtszeit Oktober 2020 bis September 2022). Emmy Megler

Voraussetzung für eine Berufung sei, dass die Frauen interessant und erkennbar engagiert sind, sagt Megler.

"Es geht darum, Frauen zu finden, die wirklich engagiert sind, die die Sache ernst nehmen und Frauen zu finden, die dabei bleiben.

Langfristiges Handeln stehe im Vordergrund, ergänzt Megler. Eine der Clubschwestern fasste das mal so zusammen: Sie sei Soroptimistin geworden, um mit ihren Clubschwestern auch alt zu werden.

SI Club Ulm-Donaustadt: Regionale und internationale Projekte

Die meisten Projekte des SI Clubs Ulm-Donaustadt verwirklichen die Soroptimistinnen in der Region: So werden zum Beispiel Frauen unterstützt, die aufgrund einer Notlage eine Zeit im Frauenhaus verbracht haben und nun wieder zu Normalität und Alltag zurückfinden wollen. Andere Projekte bringen Alt und Jung in Brennpunktschulen zusammen.

Ein weiteres Projekt fördert die Lust an Kultur bei Kindern oder Senioren. "Kunst zum Anfassen" nennt sich das: Wenn Menschen aufgrund eines Handicaps nicht in die Museen können, sorgen die Soroptimistinnen dafür, dass die Kunst zu ihnen kommt. Darüber hinaus fördert der SI Club auch eine Mädchenschule in Indien, wo er das komplette Jahresgehalt einer Lehrerin übernimmt.

10.000 Euro jährlich für Projekte nötig

Das Geld, das die Soroptimistinnen einnehmen, kommt vom ehrenamtlichen Engagement, zum Beispiel aus dem Verkauf von Kuchen oder Getränken. In Zeiten von Corona ist das ein schwieriges Unterfangen. In den vergangenen Monaten konnten die Clubschwestern kaum Geld einnehmen, sagt die Präsidentin. Das soll sich nun wieder ändern. Beim "Canapé rouge" in der Kulturnacht hoffen die Frauen auf viele Gäste - und Einnahmen. Kulinarisches Schmankerl in diesem Jahr: Ein Cocktail namens "Soroptail" in den Farben der Soroptimistinnen, blau-gelb.

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