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Baggersee statt Freibad: Viele Seen von Ostwürttemberg bis Oberschwaben bieten sich derzeit zum Schwimmen und Planschen an. Wichtig ist, auch dabei die Corona-Regeln zu beachten.

Naherholungsgebiet Badesee mit Menschen  (Foto: SWR, Isabella Hafner)
Der Pfuhler Baggersee im Landkreis Neu-Ulm ist auch in Corona-Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel. Isabella Hafner

In Neu-Ulm ist das Schwimmen gehen kein Problem: Die Badeseen im Stadtgebiet sind frei zugänglich, jeder kann dort schwimmen und sich solange aufhalten wie er will, heißt es seitens der Stadt. Allerdings: Umkleidekabinen sind zu, wie auch der Beachvolleyballplatz. Grillen und Feiern ist untersagt, aber der Kiosk darf öffnen. Und es gelten die üblichen Kontakt- und Abstandsregeln - auch im Wasser. Mundschutz muss auf der Liegewiese aber keiner tragen.

Günzburger Landrat wirbt für Seen als Ersatz für Freibäder

Insgesamt geht man in den bayerischen Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen seit dem Fall der strengen Ausgangsbeschränkung recht locker mit dem Thema Badeseen um. So hat der neue Günzburger Landrat Hans Reichhart (CSU) am Mittwoch am Silbersee bei Rettenbach ganz offensiv für die Badeseen des Landkreises als Ersatz für die geschlossenen Freibäder geworben. Und noch eine gute Nachricht: Wassersport, wie Boot fahren oder Stand-Up-Paddeln, ist erlaubt, auch die Wasserskianlage in Gundelfingen im Kreis Dillingen hat geöffnet, mit telefonischer Voranmeldung.

Naturfreibäder bleiben wegen Ansteckungsgefahr zu

In den baden-württembergischen Landkreisen zwischen Ostwürttemberg und Oberschwaben ist die Lage etwas weniger entspannt. Die Sprecherin des Ostalbkreises spricht von "keiner eindeutigen Regelung". Und auch die aktuelle Corona-Verordnung des Landes bleibt eher im Ungefähren. Im Ellwanger Seeland hat man sich deshalb für Pragmatismus entschieden: Die frei zugänglichen Badeseen seien auch für Badegäste frei zugänglich, so eine Sprecherin der "Touristikgemeinschaft Erlebnisregion Schwäbische Ostalb" in Aalen. Inklusive des seit Montag erlaubten Tretbootverleihs am Bucher Stausee. Allerdings: Naturfreibäder wie der Kreßbachsee in Ellwangen oder der See in Erbach im Alb-Donau-Kreis bleiben bis auf weiteres geschlossen, wegen der Ansteckungsgefahr im Kassen-, Umkleide- und Sanitärbereich.

Freibäder sollen im Frühsommer öffnen

Bei den Freibädern heißt es Geduld beweisen: In Bayern wird es laut Ministerpräsident Söder "vor Juni" nichts werden mit einer Öffnung. In der aktuellen baden-württembergischen Corona-Verordnung laufen die Freibäder unter der Rubrik Öffnung "derzeit nicht abschätzbar". Am Mittwoch teilte das Sozialministerium auf Anfrage mit, eine Expertengruppe habe Anfang der Woche erste Eckpunkte eines Kriterienkatalogs für den Bäderbetrieb in Zeiten der Corona-Pandemie definiert. Die Betreiber sollen ein Hygienekonzept erstellen. Einzelheiten sollen "zeitnah" festgelegt werden, Ziel ist die Inbetriebnahme der Bäder und der kontrollierten Badeseen im Frühsommer. Erste Lockerungen deuten sich an: Am 2. Juni können Schwimm- und Hallenbäder sowie Thermal- und Spaßbäder unter strengen Hygieneauflagen öffnen. Allerdings nur, um Schwimmkurse und Schwimmunterricht anzubieten und Prüfungen abzunehmen.

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