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Nach einem halben Jahr hat für viele Schülerinnen und Schüler in der Region der Präsenzunterricht wieder begonnen. Zum Beispiel am Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim.

Unterricht startet im Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim (Foto: SWR, Frank Polifke)
Geschichtsunterricht ist wieder in Präsenz möglich - zumindest teilweise. Frank Polifke

Nach Monate langem Fernunterricht ist der Schulstart an diesem Montag eher ein Herantasten für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler in Heidenheim. "Ich habe euch sehr vermisst. Sechs Monate lang haben wir uns nicht mehr gesehen. Das ist fast ein Zwanzigstel eures Lebens gewesen", begrüßt Geschichtslehrer Frank Bauer seine Siebtklässler an diesem Morgen im Hellenstein-Gymnasium.

Die Reihen sind nach wie vor nicht ganz gefüllt. Gerade mal neun Schülerinnen und Schüler sitzen dem Geschichtslehrer gegenüber. Etwa genauso viele verfolgen den Unterricht von zu Hause aus. Frank Bauer lässt es behutsam angehen, nach einem halben Jahr komplettem Fernunterricht.

Ungewohnte Situation für Schülerinnen und Schüler

Erstmal schauen, wie der Stand bei den Jugendlichen ist. "Wer kann mir denn sagen, welches Schloss der Inbegriff des absolutistischen Baustils?", fragt Bauer seine Schülerinnen und Schüler. Und tatsächlich: Es dauert eine Weile bis zum ersten Antwortversuch. Irgendwie ist die Situation doch etwas ungewohnt, erzählt Schülerin Katharina.

"Es war, als ich ins Klassenzimmer gekommen, bin ein bisschen aufregend. Aber als man dann alle - auch meine Freundinnen - gesehen hat, dann war's sehr schön."

Auch Lennard und Emil sind froh, wieder in der Schule zu sein. Das mit dem Fernunterricht war nicht ganz so ihre Sache, daraus machen die beiden Zwölfjährigen keinen Hehl. Es sei stressig zu Hause gewesen, erzählen sie. Manche Lehrer hätten sich nur ab und an gemeldet, von anderen habe es viele Aufträge gegeben. "Nach sechs Monaten wieder in der Schule zu sein, ist schon ungewohnt", sagt Emil.

Den Lehrkräften geht es ähnlich. Auch Frank Bauer ist beim Schulstart irgendwie aufgeregt.

"Wir saßen wie die Rennpferde in der Startbox und freuten uns. Schule ohne Schüler geht eigentlich nicht."

Das sieht auch Kollegin Käthe Lang so. Die Konrektorin und Deutschlehrerin wird in den ersten Tagen noch gar keinen Unterricht streng nach Lehrplan halten. "Gucken, was ist und erstmal motivieren und aufbauen", sagt Lang. Die erste Stunde mit den Fünftklässlern war schon mal ermutigend. "Sie haben sich so gefreut, dass wieder Unterricht mit echten Menschen in echtem Kontakt stattfinden kann", so Lang.

Neustart für Schule

Rektor Holger Nagel fällt bei solchen Beobachtungen ein Stein vom Herzen. Dennoch sieht er mit Skepsis den kommenden Wochen entgegen. "Wir fangen praktisch bei Null an und gestalten Schule neu", sagt Nagel. Die Zeit nach dem Lockdown sei eine Herausforderung - aber auch eine Chance.

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