Spende zu Schulbeginn

Hilfsaktion in Langenau: Schulranzen für ukrainische Kinder

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Hannah Schulze
Hannah Schulze (Foto: SWR)
Frank Wiesner
Frank Wiesner (Foto: SWR, SWR -  Oliver Schmid)

Auch für Kinder der ukrainischen Integrationsklassen hat die Schule angefangen. Was vielen fehlt: ein Schulranzen. In Langenau hat Valeria Altmiks eine Rucksack-Börse organisiert.

Im Integrationsbüro in Langenau haben ukrainische Schulkinder gespendete Schulranzen bekommen. (Foto: SWR)
Großer Andrang im Integrationsbüro in Langenau: Die ersten ukrainische Kinder haben schon den passenden Ranzen gefunden.

Viele ukrainische Kinder haben einfach nichts für die Schule. Das macht Valeria Altmiks vom Helferkreis "Hoffnung" große Sorgen. Gerade Rucksäcke sind teuer, kosten oft mehr als 200 Euro. Das können sich Flüchtlingsfamilien nicht leisten, sagt die Organisatorin der Schulranzen-Börse in Langenau.

Die Idee einer Spendenaktion entstand aus einer Diskussion heraus, die auf den Sozialen Medien stattgefunden hat. Ein Verein wollte Geld für neue Schulranzen sammeln. "Es gab so viele unfreundliche Kommentare", so Altmiks. Die Leute hätten sich beschwert, dass ukrainische Kinder neue Rucksäcke bekämen, die sich nicht mal deutsche Familien leisten können.

Im Integrationsbüro in Langenau haben ukrainische Schulkinder gespendete Schulranzen bekommen. (Foto: SWR)
Valeria Altmiks und Irina Glaser sortieren die abgegebenen Schulranzen - manche sind noch fast wie neu.

Also rief sie dazu auf, gebrauchte Schulranzen zu spenden, um sie an ukrainische Flüchtlingskinder weiterzugeben. Mit Erfolg - am Mittwoch konnten sich im Integrationsbüro in Langenau die ersten Kinder aus mehr als dreißig Rucksäcken einen aussuchen.

Rund 30 Schulranzen für ukrainische Schulkinder

Karin Fütterer aus Langenau hat, wie die meisten Spenderinnen und Spender, von der Aktion über Facebook erfahren. Drei Schulranzen hat sie von ihren eigenen Kindern mitgebracht. Als Mutter weiß sie, wie anstrengend so eine Einschulung sein kann. Sie will zumindest bei den, wie sie es nennt, "kleinen Sorgen" behilflich sein.

"Ich weiß, wie es ist, wenn man "kleine" Sorgen hat. Das blockiert einen zusätzlich, obwohl man sich eigentlich darauf konzentrieren sollte, sich zu integrieren und die Sprache zu lernen."

In ihre Ranzen hat Karin Fütterer Kuscheltiere versteckt. Als kleine Freude für die ukrainischen Kinder - "zum Festhalten und Kuscheln". Andere spendeten zusätzlich Mäppchen oder Turnbeutel.

Im Integrationsbüro in Langenau haben ukrainische Schulkinder gespendete Schulranzen bekommen. (Foto: SWR)
In manch einem Rucksack war sogar noch ein Kuscheltier versteckt.

Helferkreis "Hoffnung": Im Winter sind die Schulranzen das kleinste Problem

Es gibt viele ukrainische Geflüchtete, die weder Bekannte noch Familie hier in Deutschland haben. "Wenn man niemanden hat und die Sprache nicht beherrscht, dann bist du verloren", sagt Valeria Altmiks. Nach Kriegsbeginn gründete sie mit Irina Glaser und drei weiteren Frauen den Helferkreis "Hoffnung". Sie gingen in Unterkünfte, boten dort ihre Hilfe direkt an. Mittlerweile haben sie eine WhatsApp-Gruppe mit mehr als 80 Telefonnummern.

"Hinter jeder Telefonnummer steckte eine ukrainische Familie, die unsere Hilfe braucht."

Die Rucksack-Börse sei nicht die letzte Spendenaktion, sagt Almiks. Erst dadurch haben sie erfahren, dass die Schulranzen das kleinste Problem sind. Viele Familien haben noch keine warmen Kleider und Decken. "Zum Winter hin fehlt es vor allem an der Grundversorgung." Zumindest für den Schulbeginn haben Valeria Altmiks und ihr Team vielen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.

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