Ein Schüler und ein Lehrer in einem Klassenzimmer. Lehrer schaut Kind über die Schulter. Beide tragen Mundschutz. (Foto: dpa Bildfunk,  picture alliance dpa Marijan Murat)

Steigende Corona-Inzidenzen

Schulen von Ostwürttemberg bis Oberschwaben fühlen sich auf Omikron vorbereitet

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Die Corona-Inzidenzen in der Region steigen und die Sorge wächst, wie sich die Omikron-Variante auf die Schulen auswirkt. Droht bald wieder Homeschooling? Nein, hoffen Schulamtsleiter.

Jörg Hofrichter, Schulamtsleiter in Göppingen, beruhigt: Die Schulen im in seinem Zuständigkeitsbereich, den Kreisen Göppingen, Heidenheim und im Ostalbkreis, seien auf größere Ausfälle wegen Corona vorbereitet. Zum einen gebe es die Erfahrungen aus vorhergehenden Schulschließungen, und was getan wurde, wenn bisher Corona-Tests positiv waren. Zum anderen hätten die Schulen Notfallpläne für den Fall erstellt, dass etwa das ganze Kollegium einer kleineren Grundschule in Quarantäne müsste.

"Die Schulen haben regionale Netzwerke gebildet. Lehrkräfte der Partnerschulen übernehmen dann die Notbetreuung."

Ein Beispiel: Wenn an einer kleineren Grundschule ein Lehrer positiv getestet wird und dann alle Lehrer in Quarantäne müssen, dann werden diese Lehrer, wenn sie selbst nicht krank sind, ihre Schüler von zu Hause aus weiter unterrichten. Für Kinder, die einen Anspruch auf Notbetreuung haben, seien Lehrer der Partnerschule zuständig.

Lage an Schulen angespannt - noch kein Homeschooling-Antrag

In den Kreisen Heidenheim, Biberach, Ostalbkreis, Alb-Donau-Kreis und in Ulm hat bisher noch keine Grund-, Werkreal- oder Realschule in der Region beantragt, wegen Corona wieder ins Homeschooling zu wechseln. Aber die Lage ist angespannt. An einer Grundschule in Ulm fallen seit den Ferien die beiden Lehrerinnen der ersten Klassen aus - ihr Unterricht wird jetzt von Lehrerinnen der anderen Klassen übernommen, und es wurden auch Lehrkräfte reaktiviert, die eigentlich schon in Pension waren. Vor Weihnachten gab es einen ähnlichen Fall im Alb-Donau-Kreis, bestätigt der Leiter des Biberacher Schulamts, Achim Schwarz. In beiden Fällen hätten es die Schulen aus eigener Kraft geschafft, den Unterricht in Präsenz weiterzuführen.

Lehrkräfte, die normalerweise einspringen, sind alle schon im Einsatz

Aber es ist ein generelles Problem: Die Lehrkräfte, die normalerweise bereit stehen, um bei einem Krankheitsfall auszuhelfen, sind alle schon im Einsatz. Hinzu kommt, dass es an den Grundschulen einen Generationswechsel gegeben hat. Hier arbeiten viele junge Lehrerinnen - das Problem bei der aktuellen Corona-Lage: Schwangeren wird oft ein sofortiges Beschäftigungsverbot erteilt. Und dann gibt es weitere Lücken.

"Im Moment bekommen die Schulen es noch hin, aber es ist ein immenser Aufwand, auch ohne Omikron."

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