Das Schlecker-Logo hängt in einer Eingangstür, die Öffnungszeiten sind abgerissen - Insolvenz der Ehinger Drogeriekette (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa | Julian Stratenschulte)

Insolvenzverwaltung bestätigt anstehende Entschädigungen

Ehemalige Schlecker-Beschäftigte bekommen Geld

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Drogeriemarktkette Schlecker bekommen demnächst Geld - einen Teil ihrer Forderungen gegen das insolvente Unternehmen.

Der Insolvenzverwalter hat in einem Brief an die mehr als 22.000 Betroffenen eine Abschlagszahlung von 15 Prozent der Ansprüche angekündigt. Das betrifft insbesondere Gehaltsansprüche. Wie viel Geld die Betroffenen jeweils erhalten, habe der Insolvenzverwalter den ehemaligen Beschäftigten in den vergangenen Tagen mitgeteilt. Die Mehrheit von ihnen werde eine "niedrige bis mittlere dreistellige Summe erhalten".

Die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ehinger Drogeriemarktkette Schlecker bekommen demnächst einen Teil ihrer Forderungen gegen das insolvente Unternehmen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa / Stefan Sauer)
Die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ehinger Drogeriemarktkette Schlecker bekommen demnächst einen Teil ihrer Forderungen gegen das insolvente Unternehmen. picture alliance / dpa / Stefan Sauer

Die Ansprüche waren in den Monaten nach der Betriebsschließung sowohl bei den Beschäftigten als auch bei der Arbeitsagentur entstanden. Denn bis Ende der Kündigungsfrist gab es Gehaltsforderungen, die zunächst teilweise von der Arbeitsagentur bezahlt wurden. Die angekündigte Abschlagszahlung ist nur ein kleiner Teil der Forderungen.

Entschädigung für Schlecker-Mitarbeiterinnen: Insolvenz-Gläubiger gehen leer aus

Nicht bedacht werden die Milliarden-Forderungen der Insolvenz-Gläubiger, zum Beispiel Lieferanten und Handwerker, die gegenüber den Gehaltsforderungen nachrangig sind.

Die Drogeriemarktkette Schlecker mit Sitz Ehingen (Alb-Donau-Kreis) hatte im Jahr 2012 Insolvenz angemeldet. Rund 24.000 Beschäftigte verloren ihre Arbeit.

200.000 Euro Prozesskosten

Der folgende Schlecker-Prozess am Stuttgarter Landgericht im Jahr 2017 hat mehr als 200.000 Euro gekostet. Das teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf SWR-Anfrage mit. Die Prozesskosten müssen von den verurteilten Angeklagten bezahlt werden.

Anton Schlecker war in dem Prozess zu einer Geldstrafe, seine Kinder zu Haftstrafen verurteilt worden. Ob sie die Prozesskosten von mehr als 200.000 Euro bereits bezahlt haben, wollte eine Sprecherin der Oberfinanzdirektion Karlsruhe nicht bestätigen.

Mehr dazu im SWR

Ehingen

23.000 Beschäftigte verloren ihren Job Zehn Jahre Schlecker-Pleite: Das Ende eines Ehinger Imperiums

Vor zehn Jahren hat Europas damals größte Drogeriemarktkette Schlecker mit Sitz in Ehingen Insolvenz verkündet. Die Firma gibt es nicht mehr, beendet ist die Geschichte damit noch nicht.  mehr...

Ehingen

Zehn Jahre nach der Insolvenz der Ehinger Drogeriekette Die Chronologie der Schlecker-Pleite

Einst war das Ehinger Unternehmen Schlecker die größte Drogeriekette Europas. Doch der Betrieb verpasste den Anschluss an den Markt und ging Pleite. Die Chronologie des Scheiterns:  mehr...

Stetten am kalten Markt

Verkäuferinnen bauten eigenen Drogeriemarkt auf Zehn Jahre Schlecker-Pleite: Was aus drei Frauen in Stetten am kalten Markt wurde

Die Drogeriemarktkette Schlecker ging vor zehn Jahren pleite. Einige Beschäftigte übernahmen kurzerhand Märkte in Eigenregie. Deutschlandweit gibt es noch drei davon, einen im Kreis Sigmaringen  mehr...