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Von den Öffnungen wegen sinkender Corona-Zahlen profitiert nicht jeder: Für Schausteller ist immer noch wenig möglich. Eine Familie aus Essingen im Ostalbkreis berichtet, wie sie damit umgeht.

Schausteller Kai Weeber aus Essingen baut. Wäre alles wie früher, wäre er im Moment auf einem Volksfest in Rottweil. Er betreibt ein Kinderkarussell, eine Schießbude und einen Imbiss.

Der Essinger Schausteller Kai Weeber neben einem Wagen (Foto: SWR, Thomas Fritzmann)
Der Essinger Schausteller Kai Weeber vor seinem Wagen - das Rollo bleibt in nächster Zeit wohl noch unten. Thomas Fritzmann

Doch nach 17 Monaten Pandemie hat sich Kai Weeber etwas an die Situation gewöhnt und nach einer Alternative gesucht. Nun will er auf seinem eigenen Firmengelände einen Biergarten eröffnen. Die Küche und zwei Häuser sind bereits gebaut. Im Moment arbeitet Kai Weeber an einer Gästetoilette.

"Dadurch verdräng' ich auch ein bisschen, ich geb's zu, da geht der Kopf mehr in die Baustelle rein als in Gedanken wie "oh, jetzt wärste da oder da."

Am Anfang sei es dramatisch gewesen, erzählt Weeber, er habe sich gefragt, in welchem Film er jetzt ein Darsteller sei, dass er mitten im Frühjahr, mitten im Sommer daheim bleiben muss. Dazu kamen die massiven Einnahmeausfälle. Und als sei das nicht genug, gebe es seit der Corona-Pandemie auch mehr Bürokratie, erzählt Cornelia Weeber. Es seien mehr Unterlagen für die Corona-Hilfen notwendig, mehr Telefonate, mehr Aufwand.

"Man vermisst manchmal das Kindergeschrei. Die Eltern, die glücklich sind, wenn ihre Kinder fahren und nicht raus wollen aus dem Karussell."

Inzwischen kann die Familie am Wochenende und an Feiertagen einen Imbiss öffnen. Und der Biergarten soll auch für Ersatz sorgen. Auch wenn die Familie nun nach Alternativen zum Schaustellergeschäft sucht: Seine Attraktionen verkaufen würde Kai Weeber nur im äußersten Notfall.

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