STAND

Die Schapfenmühle aus Ulm, hilft in einem Gemeinschaftsprojekt bei der Umstellung auf Bio. Geschäftsführer Ralph Seibold erläutert im Interview, wieso die Unterstützung so wichtig ist.

SWR: Herr Seibold, was ist das Besondere an diesem neuen Projekt?

Ralph Seibold: Das Besondere ist, dass wir versuchen, einen Beitrag zu leisten zur Verbesserung der Böden, zum aktiven Gewässerschutz und zum Schutz der heimischen Artenvielfalt. Einfach eine Förderung, dass Landwirte bereit sind, etwas auch für die Verbesserung, für diese Ziele zu tun.

Geschäftsführer der Schapfenmühle Ralph Seibold lächelt in die Kamera (Foto: Pressestelle, kommunikation.pur GmbH)
Ralph Seibold unterstützt Landwirte finanziell Pressestelle kommunikation.pur GmbH

40.000 Euro pro Jahr für eine Dauer von drei Jahren soll es geben für konventionelle Landwirte in der Region auf der Alb, die auf Bio umstellen. Wofür braucht man dieses Geld konkret?

Der Landwirt hat durch die Umstellung Einbußen. Die Umstellung ist nicht ohne Probleme. Der Landwirt hat Investitionskosten, und da wollen wir uns beteiligen daran, dass er diese eben nicht ganz allein tragen muss.

Emmer-Getreide, ein Hand hält einen Halm (Foto: Pressestelle, kommunikation.pur GmbH)
Emmer-Getreide in der Nähe der Schapfenmühle in Ulm - Seibold baut selbst einen großen Anteil von Bio-Getreide an. Pressestelle kommunikation.pur GmbH

Bio-Produkte werden zwar beliebter, sind aber noch eine Nische und teurer als konventionelles, gespritztes Obst und Gemüse. Bleiben denn die Landwirte eventuell auf ihre Bio-Ware sitzen, wenn sie sich umstellen, oder wird es nur teurer?

Ich glaube nicht, dass die auf den Produkten sitzen bleiben. Es macht immer Sinn, dass man sich mit den Verarbeitern zusammentut. Man kann da Jahresabschlüsse machen. Der Konsument will eigentlich biologische Produkte. Die Politik will es. Da kann jeder Einzelne einen Beitrag dazu leisten, um hier was zu tun. Logischerweise hat meine biologische Landwirtschaft nicht die Erträge im Vergleich zu konventionellen Landwirtschaft. Und wenn ich weniger Ertrag bekomme, muss ich eben einen höheren Preis bekommen. Das bedingt einander. Sitzen bleiben auf den Waren tut niemand. Denn der Markt wächst und das ist auch politischer Wille.

Mit wie vielen Landwirten oder landwirtschaftlichen Betrieben rechnen Sie?

Ich würde sagen, wenn wir pro Jahr zwischen vier und acht Landwirte umstellen, wäre das ein großer Erfolg.

Nördlinger Ries

Unkrautvernichter im Bio-Fenchel-Tee Rieser Bio-Bäuerin muss wegen Pestiziden Ernte vernichten

Eine Bio-Bäuerin aus dem Nördlinger Ries hat ihre komplette Ernte an Fenchel-Samen verloren. Der Grund: Pestizid-Rückstände, offenbar herübergeweht von konventionell beackerten Feldern aus der Umgebung.  mehr...

Ministerium stellt Bericht vor Ökomonitoring 2019: Bio-Lebensmittel in BW haben gute Qualität

Bei Bio-Lebensmitteln in Baden-Württemberg gibt es weiterhin kaum Beanstandungen. Das hat das Ökomonitoring 2019 ergeben. Und der Trend zu Bio und Regionalem hält an.  mehr...

Eichstetten

Wie ernähren sich die Menschen im Land? Landwirt aus BW: Bio voll im Trend - vor allem in Corona-Zeiten

Derzeit findet - zwar rein digital - die sogenannte Internationale Grüne Woche statt. Sie gilt als weltweit größte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Zu diesem Anlass haben wir einen Bio-Bauern in Eichstetten (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) besucht. Vor allem im Corona-Jahr spürte er: Bio-Ware sowie vegane und vegetarische Ernährung werden immer beliebter.  mehr...

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

STAND
AUTOR/IN