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Nicht nur Toilettenpapier, Seife, Nudeln und Konserven sind zur Zeit heiß begehrt. Auch Heizöl. Weil die Preise gefallen sind, werden die Heizölhändler mit Bestellungen nahezu überrannt.

"Öl gibt es wie Sand am Meer", sagt Tobias Sonntag, ein Bay-Wa-Heizölhändler aus Nördlingen, der tausende Kunden auf der Ostalb und in Nordschwaben beliefert. Trotzdem müssen die bis Mai oder Juni auf ihre Lieferung warten. Es sei denn, der Tank ist jetzt schon leer. Dann gibt es auch früher einen Termin. Sechs Tankwagen hat er im Einsatz, von montags bis samstags.

Ein Heizöllieferant bei der Arbeit an seinem Tankwagen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)
Heizöllieferanten werden derzeit von Bestellungen geradezu überrannt (Sujetbild) picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Nachfrage ist explosionsartig gestiegen

Rund 60 Prozent mehr Umsatz als üblich macht Sonntag derzeit. Die Leute kaufen wie verrückt, wollen sich den günstigen Preis von derzeit 62 bis 64 Euro pro 100 Liter sichern. Tobias Sonntag spricht aber auch von Hamsterkäufen. Einige bunkern Heizöl aus Angst wegen der Corona-Pandemie. Das hat auch Andreas Hausmann von der Keslar GmbH in Kempten beobachtet, die große Teile von Oberschwaben und Ulm beliefert. Aber Hausmann zeigt auch Verständnis für das Verhalten der Kunden. Wärme im Haus sei ein Grundbedürfnis und der Ölpreis nun mal attraktiv, meint er.

Trotz der langen Lieferzeiten - jetzt Heizöl kaufen?

 Wer kaum noch Heizöl im Tank hat, der sollte jetzt kaufen. Das empfehlen alle Händler, auch Vertriebsleiter Klaus-Peter Mathiebe von der Firma "Scharr Wärme" in Stuttgart, die in Burgau, im Kreis Günzburg Heizöl verkauft und im Ulmer Donautal ein Tanklager betreibt. Kunden mit leeren Tank werden vorrangig bedient.

Für Hamsterkäufe kein Anlass

Für Hamsterkäufe gibt es allerdings keinen Anlass. Weil viele Betriebe derzeit nicht arbeiten, ist die Nachfrage aus der Wirtschaft nach Öl gering. Außerdem ist der Rohölpreis auf niedrigem Niveau und wird es voraussichtlich auch länger bleiben. So dass keiner Sorge haben muss, dass der Preis schnell wieder steigt.

Vorsicht bei Heizölkauf im Internet

Natürlich kann man auch im Internet nach Angeboten suchen. Dort gibt es zum Beispiel die Vergleichsplattform Esyoil. Dort kann man seine Postleitzahl und die gewünschte Liefermenge eingeben und erhält dann sofort Angebote. Am Freitag lagen die günstigsten bei 63 Euro für 100 Liter. Aber auch diese Firmen liefern das Heizöl erst Mitte Juni oder sogar erst Ende Juli. Alle, die anderes versprechen oder eine Vorkasse verlangen, sind meist unseriös. Da sollte man vorsichtig sein.

Auch regionale Heizölhändler sind online

Auch die Händler vor Ort in der Region bieten meist Online-Bestellungen an. Auf deren Homepage kann man sich auch über den aktuellen Preis und die zu erwartende Marktentwicklung informieren.

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