Rettungsübungen auf ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm

Einsatzleiter mit Übung im Albabstiegstunnel zufrieden

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Torsten Blümke

Es war ein großangelegtes Übungswochenende für die Feuerwehren entlang der ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Im Albabstiegstunnel bei UIm wurden ein Brand simuliert und ein Zug geräumt.

Der Einsatzleiter der Übung im Albabstiegstunnel zwischen Dornstadt und Ulm, Andreas Burst, zeigte sich am Samstagnachmittag entspannt und zufrieden. Bis auf Kleinigkeiten, zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, hatte bei der dreistündigen Übung alles reibungslos geklappt. Zudem konnten die Funkkommunikation und die Löschwasserverogung im Tunnel unter Einsatzbedingungen getestet werden. hieß es.

Simuliertes Unglück: Feuer im Zug

Die Bahn hatte für die Übung einen ICE in den Albabstiegstunnel gestellt. Das Rote Kreuz sorgte für rund 140 Statisten als Fahrgäste im Zug, die bei der Übung gerettet werden sollten. Ein simulierter Brand in einer Toilette des ICE war die erste Herausforderung für die Feuerwehrleute. Mit einem Hochleistungslüfter wurde vom Ulmer Tunnelportal aus Frischluft in den Tunnel geblasen. Die Steigung des Tunnels hoch nach Dornstadt wirkt hier wie ein Kamin und lässt den Rauch in knapp sechs Kilometern Entfernung aus dem Tunnelportal quellen. Die Rauchwolken waren so stark, dass sie in Teilen Dornstadts und auch auf der Autobahn 8 zu sehen waren.

Die Rauchwolken waren auf der A8 und in Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) zu sehen. (Foto: Thomas Heckmann)
Die Rauchwolken waren auf der A8 und in Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) zu sehen. Thomas Heckmann

Fahrgäste aus Zug gerettet

Der Tunnel besteht aus zwei getrennten Röhren, daher war die zweite Röhre komplett rauchfrei. Zwischenstollen mit Brandschutztüren stellen eine Verbindung her. Diese Konstruktion ermöglicht den Ulmer Rettern einen schnellen und effektiven Zugang. Die Feuerwehr kann so gefahrlos in die Nähe des liegen gebliebenen Zuges fahren und durch die Querverbindungen direkt zum Zug. Gleichzeitig können so die Fahrgäste schnell in Sicherheit gebracht werden.

Rettungswagen holen Verletzte aus dem Tunnel

Ähnlich wie bei tatsächlichen Brandfällen in Zügen gab es am Samstag unter den 120 Fahrgästen etwa einhundert, die laut Szenarium unverletzt blieben und sich selbst in Sicherheit bringen konnten. Sie wurden mit Kleinbussen aus dem Tunnel nach Dornstadt gefahren. Für die zwanzig Verletzten fuhren Rettungswagen in die rauchfreie Tunnelröhre und brachten sie in umliegende Krankenhäuser.

Einsatzwagen der Feuerwehr am Tunnelausgang auf Ulmer Seite. (Foto: Thomas Heckmann)
Einsatzwagen der Feuerwehr am Tunnelausgang auf Ulmer Seite. Thomas Heckmann

Lagezentrum auf Schotterplatz zwischen den Gleisen

Geleitet wurde der Einsatz von einem Schotterplatz aus, mitten zwischen den Gleisen nördlich des Ulmer Hauptbahnhofes. Die Bahn hatte hier eine Rettungsfläche zwischen die Gleise gebaut. Die Einsatzleitwagen von Feuerwehr und Rettungsdienst forderten von dort aus weitere Einsatzkräfte an und gaben ihnen Aufträge. An der Übung waren rund 130 Einsatzkräfte von den Feuerwehren Ulm und Dornstadt und von Rettungsdiensten beteiligt.

Übungen auch bei Widderstall und am Aichelberg

Auf der rund 60 Kilometer langen ICE-Neubaustrecke gab es am Wochenende ähnliche Übungen auch bei Widderstall und am Aichelberg. Nach Angaben der Behörden waren dabei insgesamt rund 500 Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten im Einsatz.

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