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Es sind spektakuläre Bilder, die der NASA-Rover Perseverance bei seiner Landung auf dem Mars filmte. Die NASA-Crew feierte den Moment, aber wie sieht das die "normale" Bevölkerung in der Region?

Die Meinungen gehen weit auseinander: "Das Geld wäre woanders bestimmt sinnvoller investiert", sagt ein Passant in Günzburg. Eine Dame entgegnet: "In die Raumfahrt zu investieren für die Zukunft, wäre vielleicht nicht schlecht". Zu entdecken gibt es jedenfalls viel auf dem Mars: Gesteine werden untersucht - und natürlich geht es auch um die Frage: Gibt es Leben auf dem Mars?

Kamera-Bild des Perseverance-Rovers während der Landung auf dem Mars (Foto: NASA/JPL-Caltech)
Kamera-Bild des Perseverance-Rovers während der Landung auf dem Mars NASA/JPL-Caltech

Auch Prof. Dr. Stefan Hölzl, Museumsleiter des Ries-Krater-Museums Nördlingen, ist begeistert von den Marsbildern und hält die Investitionen in die Raumfahrt für notwendig.

"Wer da jetzt sagt: 'interessiert mich nicht, ist mir die Sache nicht wert', der wird den Technologien der nächsten Jahrzehnte abgehängt."

Prof. Dr. Stefan Hölzl, Museumsleiter des Ries-Krater-Museums Nördlingen

Eine Sache der Perspektive

Abgehängt und abgeschottet, so empfindet sich auch die Gemeinde Ellenberg im Ostalbkreis – zumindest einige Ortsteile davon. Grund ist die schlechte Internetverbindung. Seit Jahren wühlt sich Bürgermeister Rainer Knecht durch Anträge und Formulare. Die Technik auf dem Mars ist ihm dabei herzlich egal. Er verweist auf die irdischen Probleme: "Die Bürokratie in dem Thema Breitband ist fast nicht auszuhalten". Aber man sei kurz vor dem Ziel, weil bis Ende des Jahres nun endlich alle Haushalte in Ellenberg schnelles Internet bekommen.

Belege für Leben auf dem Mars?

Jetzt aber zurück zur Marsmission. Was haben wir auf der Erde davon, dass Millionen Kilometer entfernt ein Roboter Bilder von einem kalten und staubigen Planeten aufnimmt? Viel sagt Geologe Stefan Hölzl vom Ries-Krater-Museum. Es sei wichtig, Belege für einfache Lebensformen auf dem Mars zu finden. Und vielleicht auch Belege dafür, warum die Entwicklung auf dem Mars nicht weiterging, auf der Erde aber schon.

NASA-Darstellung: „Perseverance“ schickt Ultraleicht-Helikopter „Ingenuity“ los.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/NASA/AP | -)
NASA-Darstellung: Lebenssucher "Perseverance" schickt Ultraleicht-Helikopter "Ingenuity" los. picture alliance/dpa/NASA/AP | -

Fragen über Fragen. Während der Nasa-Rover nun über den Roten Planeten rollt, setzt sich Prof. Dr. Axel Focke von der Hochschule Neu-Ulm mit den praktischen Dingen des hiesigen Lebens auseinander: der elektronischen Gesundheitskarte. Eine Karte, auf der alle wichtigen Informationen, wie zum Beispiel Befunde, Arztbriefe und Allergien, gespeichert sind. "Jetzt kann man sich fragen, warum schaffen wir es bis zum Mars und nicht mit der elektronischen Gesundheitskarte", so Focke. "Und es gibt eben nicht die Person, die das für Deutschland einfach mal durchdrückt".

Aber auch wenn wir auf unserer Erde noch viele wichtige Fragen zu klären haben – beeindruckend finden wir die Bilder vom Mars doch irgendwie.

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