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Die Blockadehaltung der Grünen bei der Stellungnahme der Stadt zum achtspurigen Ausbau ist scharf kritisiert worden. Am 5. Mai muss sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema befassen.

Auf den Schachzug der Grünen könne man nur mit Kopfschütteln reagieren, so der Vizepräsident der Ulmer Industrie-und Handelskammer, Harald Seifert, im SWR. Er habe kein Verständnis für diese Verzögerungstaktik, zumal sich die Mehrheit im Gemeinderat für einen achtspurigen Neubau der Brücke über die Donau ausgesprochen habe. Neue Sachargumente gegen die achtspurige Lösung gebe es nicht, so Seifert.

Ansicht einer großen Verkehrsnadel in Ulm: Die Adenauerbrücke von unten (Foto: Stadt Ulm)
Die Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm soll neu gebaut werden, die strittige Frage ist - sechs- oder achtspurig (Archivbild). Stadt Ulm

Baubürgermeister Tim von Winning: Keine Diskussion über Verkehrswende

Nach Ansicht von Ulms Baubürgermeister Tim von Winning eignet sich die Adenauerbrücke nicht für eine Grundsatzdiskussion über die beabsichtigte Verkehrswende. Diese werde durch das Projekt nicht in Frage gestellt. Es gehe nur darum, eine marode Brücke durch einen Neubau zu ersetzen, der gleichzeitig Verkehrsprobleme beseitige und mehr Verkehrssicherheit schaffe. Von Winning wies den Vorwurf der Grünen und der Bürgerinitiative zurück, die Planungen für die Brücke beruhten auf alten Verkehrsprognosen. Das dementierte auch der zuständige Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt in Krumbach, Jürgen Gleixner.

Staatliches Bauamt: Streit um elf Bäume

Laut Gleixner werde die achtspurige Brücke rund sechs Meter breiter als ein sechsspuriger Neubau, der von den Grünen und der Bürgerinitiative gefordert wird. Zwar müssten dafür mehr Bäume in den Ehinger Anlagen gerodet werden, letztlich ginge es aber um elf Bäume mehr. Dieser Eingriff sei vertretbar, zumal es für die gefällten Bäume Neupflanzungen und Ausgleichsmaßnahmen geben werde.

Grünen-Stadtrat Joukov-Schwelling: Keine "parteipolitischen Spielchen"

Grünen-Stadtrat Michael Joukov-Schwelling hat sich im SWR gegen Vorwürfe gewehrt, er und seine Fraktion betrieben "parteipolitische Spielchen" im Gemeinderat. Auch wenn es nur um eine Stellungnahme zu den Bauplänen des Bundes gehe, sollten die Gemeinderäte ihre Position zu solch einem Großprojekt genau abwägen. Claudia Spooren, Sprecherin der Bürgerinitiative, warnte erneut vor noch mehr Verkehr, sollte die Adenauerbrücke auf acht Spuren erweitert werden. Nach ihrer Auffassung passe so ein Großprojekt nicht mehr in die heutige Zeit der Mobilitätswende.

Baubeginn für 2023 geplant

Der Stadtrat von Neu-Ulm hatte sich bereits für den Neubau mit acht Spuren ausgesprochen. Entscheiden wird letztlich der Bund als Bauträger. Nach Angaben des Staatlichen Bauamtes Krumbach ist der Baubeginn für 2023 geplant. Die Bauzeit soll bei laufendem Verkehr drei Jahre betragen, so dass die Brücke rechtzeitig vor der Landesgartenschau 2030 in Ulm fertig sein kann. Bei einem achtspurigen Neubau wird nach Aussage von Baubürgerneister von Winning der Bund die Kosten für Lärmschutzwände übernehmen. Nach seiner Schätzung wären das vier bis sechs Millionen Euro, die sonst die Stadt tragen müsste.

Ulm

Arbeiten haben am Montag begonnen Fahrbahnen auf der Ulmer Adenauerbrücke werden verändert

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Interview mit dem Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning Ulmer Baubürgermeister will große Lösung für Adenauerbrücke

Sechs oder besser gleich acht Spuren? Klar ist nur eines: Die Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm muss neu gebaut werden. Der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning plädiert im SWR-Interview für Platz zum Planen.  mehr...

Ulm/Neu-Ulm

Grünen-Stadtratsfraktion beantragt zweite Beratung Entscheidung über Neubau der Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm vertagt

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