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Die Papst-Entscheidung, das Rücktrittsangebot des Münchner Kardinals Marx abzulehnen, finden Vertreterinnen der Maria 2.0-Bewegung in Gmünd richtig. Marx müsse weitermachen.

Vertreterinnen der Maria 2.0-Bewegung finden es richtig, dass Reinhard Marx als Erzbischof weitermacht. Iris Mandl-Schmidt findet, dass der Kardinal weitermachen muss. "Kardinal Marx soll bei seiner Verantwortung bleiben und das heißt auch bei seiner persönlichen Schuld", sagt die Dozentin für katholische Theologie und Religionspädagogik an der PH Schwäbisch Gmünd. Auch unter Marx sei Missbrauch vertuscht worden, da sei noch nicht alles aufgearbeitet.

Verdacht auf Schuld des Kardinals

So schätzt das auch die Gmünder Pastoralreferentin Silke Weihing. Sie hat den Verdacht, dass die Ablehnung des Rücktrittsgesuchs ein Hinweis auf die persönliche Schuld des Kardinals sein könnte. "Ich finde es stark, dass der Kardinal Marx das angeboten hat. Ich bin kritisch, ob da nicht mehr dahinter steckt als wir alle wissen", sagt Weihing.

Sie verweist auf ein Gutachten, das bisher nicht veröffentlicht wurde. Vielleicht habe Marx deshalb zurücktreten wollen. "Ob da noch irgendwas rauskommt, dass er da selber mehr beteiligt war, als bisher bekannt wurde?", mutmaßt die Pastoralreferentin.

Kritik an System

Mandl-Schmidt sieht die Ablehnung von Marx‘ Rücktrittsgesuch aber auch kritisch: Er habe mit seinem Angebot auf Fehler im System der katholischen Kirche hinweisen wollen. Davon habe der Papst nun ablenken wollen, er traue sich an diese Systemfehler nicht ran, befürchtet Iris Mandl-Schmidt. Für sie steht fest: Der Grund für die vielen Missbrauchsfälle sind Systemfehler.

"Wir haben natürlich durch Zölibat und fehlendem Priesteramt der Frau die Begünstigung von sexuellem Verbrechen in der katholischen Kirche."

Die Aalener Physikerin und Maria 2.0-Unterstützerin Maria Eßeling hofft, dass Kardinal Marx, die Chance für grundsätzliche Reformen nutzt: "Gerade als Gegenposition, zu denen die nicht so reformbereit sind." Marx und die anderen reformwilligen Bischöfe müssten den synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland weiter beschreiben. Das denkt auch Weihing: "Ich hoffe, dass er mithilft, dass in der Kirche etwas in Gang kommen kann."

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