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Nach dem Aus gegen Alba Berlin im Halbfinale ist die Saison für Ratiopharm Ulm zu Ende. Am Dienstag zog der Basketballbundesligist Bilanz und blickte auf die kommende Saison.

Thorsten Leibenath (Foto: SWR)
Steht vor einer Herausforderung im Sommer: Thorsten Leibenath

"Das wird ein turbulenter Sommer", sagte Ulms Sportdirektor Thorsten Leibenath in der Videokonferenz, mit der der Club am Dienstagvormittag die Saison bilanzierte und den Blick auf die Zukunft richtet. Turbulent deswegen, weil Leibenath im Moment einen einzigen Spieler im Kader hat, der einen gültigen Vertrag für die kommende Spielzeit hat: Nachwuchsspieler Nico Bretzel. Mit allen anderen Spielern will der Sportdirektor in den kommenden Tagen und Wochen über deren Zukunft reden.

"Welcher Spieler macht aus unserer Sicht Sinn und machen wir aus deren Sicht Sinn?"

Somit ist derzeit komplett offen, wie der Kader von Ratiopharm Ulm im kommenden Jahr aussehen wird. Bleiben die Stars an der Donau, wie Troy Caupain, Dylan Osetkowski, Andreas Obst oder Thomas Klepeisz? Sind sie noch bezahlbar? Ihr Marktwert ist durch das Erreichen des Halbfinales sicher gestiegen.

Hängt Kapitän Per Günther noch ein Jahr dran?

Per Günther von Ratiopharm Ulm (links im orangenen Trikot) versucht mit dem Ball in der rechten Hand a Alba-Berlin-Guard Maodo Lo (rechts im dunkelblauen Trikot) vorbeizudribbeln (Foto: Imago, Maodo Lo)
Zukunft noch offen: Kapitän Per Günther Imago Maodo Lo

Auch bei Per Günther ist die Zukunft noch offen. Der Sportdirektor sagte zum Kader für die neue Saison: "Wir bemühen uns wieder mit Spielern an den Start zu gehen, die man hier in Ulm schon kennt. Es ist aber keine Sensation wenn ich sage, dass wir uns an das eine oder andere neue Gesicht gewöhnen müssen."

Der Etat von Ratiopharm Ulm ist die größte Unbekannte

Mit Blick auf den Kader gibt es für die kommende Saison noch eine weitere große Unbekannte bei Ratiopharm Ulm. Wie viel Geld steht dem Basketballbundesligisten für die Spieler zur Verfügung? Leibenath ist sich nicht sicher, ob zu Beginn der neuen Saison wieder 6.200 Fans in die Neu-Ulmer Arena dürfen.

Das Logo der Ratiopharm-Arena (Foto: SWR, Jürgen Klotz)
Noch steht nicht fest, wieviele Fans in der nächsten Saison die Ulmer Heimspiele besuchen dürfen. Jürgen Klotz

Außerdem hat der Sportdirektor Zweifel, dass auf Grund der Pandemie auch so viele kommen würden. Dass bei der Fußball-EM in München jetzt ein Viertel der Stadionkapazität mit Fans gefüllt werden darf, ist für Leibenath noch kein Hoffnungsschimmer.

"Wenn wir die Halle mit einem Viertel belegen dürfen, können wir noch nicht einmal unsere Kosten decken."

Ulms Trainer Jaka Lakovic sagte, der Einzug in die Runde der letzten Vier sei ein großer Erfolg gewesen. Gleichzeitig schmerze das knappe Aus gegen Alba Berlin.

Jubel bei Jaka Lakovic (Ratiopharm Ulm Trainer) und Trey Landers (Ratiopharm Ulm 03) (Foto: Imago, IMAGO / Eibner)
Stolz über die Entwicklung der Mannschaft und der einzelnen Spieler: Trainer Jaka Lakovic Imago IMAGO / Eibner

Lakovic zeigte sich auch mit der Entwicklung einzelner Spieler zufrieden: "Andi Obst war brilliant in diesem Jahr, bester Schütze der Liga, gab uns Sicherheit im Spielaufbau und ist - Stand jetzt - einer der besten deutschen Basketballspieler."

Eurocup für Ratiopharm noch nicht sicher

Neben den offenen Fragen zu Kader und Finanzen ist derzeit auch noch unklar, ob Ratiopharm Ulm nächstes Jahr auch wieder im Eurocup spielen wird. Der Club hat sich für den Wettbewerb gemeldet. Ob er dort spielen darf und damit 18 internationale Spiele garantiert hätte, ist aber noch nicht entschieden. Eine von vielen offenen Fragen für die kommenden Wochen. Wie sagte doch Thorsten Leibenath: "Das wird ein turbulenter Sommer."

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