Heidenheimer Designer erhält Auszeichnung

Umgestaltung des Rommel-Denkmals: Werkbund ehrt Rainer Jooß

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Der Heidenheimer Künstler Rainer Jooß hat das umstrittene Rommel-Denkmal in Heidenheim umgestaltet. Dafür hat Jooß nun einen Preis erhalten: Das Werkbund Label des Deutschen Werkbundes.

Rommel-Denkmal in Heidenheim, davor der Designer Rainer Jooß (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Designer und Künstler Rainer Jooß beim Installieren einer Metallfigur, die ein Minenopfer darstellt. Für diese Erweiterung des alten Rommel-Denkmals ist Jooß nun mit dem Werkbund Label des Deutschen Werkbundes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Picture Alliance

Der Heidenheimer Künstler Rainer Jooß hat das Werkbund Label für seine Arbeit am Rommel-Denkmal am Zanger Berg erhalten. Das teilte die Stadt Heidenheim am Montag mit.

Denkmal soll Rommel-Mythos relativieren

Im Juli 2020 ist die Erweiterung des Rommel-Denkmals der Öffentlichkeit vorstellt worden: Seither steht vor der Mauer mit der Aufschrift "Generalfeldmarschall Erwin Rommel" eine Metallskulptur. Zu sehen ist ein Minenopfer auf Krücken. Damit sollte auf Kriegsopfer hingewiesen und zugleich der Rommel-Mythos relativiert werden.

"Mit dem Projekt haben wir eine notwendige Entmythologisierung Rommels betrieben und mit dem Gesamtprojekt eine Dechiffrierung des Rommel-Mythos erreicht."

Rommel-Denkmal, Rainer Jooß (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Skulptur eines Minen-Opfers auf Krücken des Designers Rainer Jooß soll an die Kriegsopfer erinnern und das umstrittene Denkmal des Generalfeldmarschalls der Wehrmacht ergänzen. Picture Alliance

"Ich freue mich einerseits riesig über die Auszeichnung", sagte Rainer Jooß bei der Übergabe der Auszeichnung in Karlsruhe. Zugleich sei er voller Demut angesichts der hochwertigen Projekte der anderen ausgezeichneten, internationalen Projekte. "Mit dem Projekt haben wir eine notwendige Entmythologisierung Rommels betrieben und mit dem Gesamtprojekt eine Dechiffrierung des Rommel-Mythos erreicht", so Jooß weiter.

Thomas Friedrich, Professor an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim und Mitglied im Werkbund, hob in seiner Laudatio hervor, dass die Auseinandersetzung mit einem Denkmal und der historischen Figur Rommels allemal besser sei als den Mantel des Schweigens darüber zu legen. Mit Rainer Jooß sei zu den Stimmen der kritischen Geschichtswissenschaft ein kritischer Kommunikationsdesigner hinzugekommen. "Es sollte mehr davon geben", sagte Friedrich.

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