Wenn Selbsttests ein positives Ergebnis anzeigen, gilt die Pflicht zu einem PCR-Test (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Philipp von Ditfurth)

Experten aus Ulm und Heidenheim über die Pflichten

Corona-Test positiv - das sind die Regeln

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Die Corona-Inzidenz steigt stetig: Im Stadtgebiet Ulm beispielsweise liegt sie bei über 400, im Kreis Heidenheim schon weit über 500. Doch was tun, wenn der Selbsttest positiv ist?

Bis zum Frühsommer 2021 waren die Gesundheitsämter für das weitere Vorgehen zuständig. Doch in der vierten Welle müssen die Bürgerinnen und Bürger bei einem positiven Coronatest oder einer roten Meldung in der Warnapp mehr Verantwortung übernehmen und zunächst selbst aktiv werden. Doch was tun, wenn der Test positiv ist. Informationen von Experten aus Ulm und Heidenheim, vom Sozialministerium in Stuttgart und dem Bundesgesundheitsministerium.

Der Selbsttest von Daheim ist positiv

Zeigt der Test zu Hause zwei Striche an, muss man das positive Ergebnis so schnell wie möglich durch einen PCR-Test bestätigen oder widerlegen lassen, so der Ulmer Hausarzt Norbert Fischer. Die Selbsttests können laut dem Sozialministerium in Stuttgart falsch positiv sein. Außerdem wird geraten, sich selbst in Quarantäne zu begeben und Abstand zu Mitbewohnern wie zum Beispiel Familienmitgliedern zu halten. Eine Pflicht ist das zu dem Zeitpunkt nicht.

Die Corona-Warnapp ist rot

Meldet die Corona-Warnapp ein erhöhtes Risiko, empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium, sich selbst zu isolieren. Es sollte Rücksprache mit dem Hausarzt oder der Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes gehalten werden. Die rote Warnung auf der App berechtigt zudem zehn Tage lang zu einem kostenlosen PCR-Test.

Der Antigentest im Testzentrum ist positiv

Bei einem positiven Antigen-Schnelltest, wenn also der Test in einem verifizierten Testzentrum gemacht wurde, besteht die Pflicht zur Quarantäne, die durch den PCR-Test verkürzt werden kann, so Norbert Fischer. Wie auch bei einem positiven Selbsttest ist der PCR-Test kostenfrei. Eine Pflicht zum PCR-Test besteht in diesem Falle aber nicht.

Es treten Symptome auf, die auf Corona hindeuten

Wer Corona-Symptome hat, sollte seinen Hausarzt anrufen, so der Ulmer Ärztesprecher Fischer. In den Arztpraxen gibt es entweder gesonderte Sprechstunden für infektiöse Patientinnen und Patienten oder es wird an eine Corona-Schwerpunktpraxis verwiesen. Es ist auch möglich, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117 Informationen zu bekommen, wie im Falle von Symptomen weiter gehandelt werden sollte.

Testzentren: Kommunen, Kammern und Verbände informieren

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg hat eine Karte eingerichtet, auf der die Teststellen in den jeweiligen Städten und Landkreisen zu finden sind. Ansonsten können Betroffenen auch unter der Telefonnummer 116117 anrufen. Die Landesapothekerkammer hat ebenfalls die Aptheken aufgelistet, die PCR-Tests durchführen.

Das private Schnelltestzentrum in der Ulmer Innenstadt hat wieder deutlich mehr zu tun - und will auch bei der Aufklärung helfen. (Foto: SWR, Hannah Schulze)
Das private Schnelltestzentrum in der Ulmer Innenstadt hat wieder deutlich mehr zu tun - und will auch bei der Aufklärung helfen. Hannah Schulze

Die Zahl der Tests nehmen insgesamt zu. Das berichten Hausarzt Fischer wie auch der Betreiber eines privaten Ulmer Testszentrums, Mario Schneider. Kostenlose PCR-Tests seien in dem privaten Testzentrum allerdings nicht möglich, das könne mit der Krankenkasse nicht abgerechnet werden, so Schneider.

"Zu uns kommen Menschen, die Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hätten. Das können wir nicht machen, dürfen wir nicht machen."

Wann gilt die Pflicht zur Quarantäne?

Bei positiven Selbsttests werden Betroffene gebeten, in freiwilliger häuslicher Quarantäne zu bleiben, auf Abstand und Hygieneregeln zu achten und auch auf Fahrten mit Bussen und Bahnen zu verzichten. Ist der Antigentest aus dem Testzentrum positiv, gilt bis zur Überprüfung durch einen PCR-Test die Pflicht zur Quarantäne. Ist der PCR-Test positiv, gilt ebenfalls die Pflicht zur Quarantäne.

Die Wohnung darf nur für Notfälle verlassen werden, das gilt auch für Infizierte, die schon geimpft sind. Der Kontakt zu weiteren Personen im Haushalt soll vermieden werden. Für die Haushaltsangehörigen gilt ebenfalls eine Quarantänepflicht. Es sei denn, sie sind genesen oder geimpft.

Ende der Quarantäne kann je nach Impfstatus variieren

Die Regeln gelten 14 Tage ab dem positiven Testergebnis oder vom Beginn der Symptome an. Geimpfte Infizierte können sich frühestens nach fünf Tagen mit einem PCR-Test aus der Quarantäne freitesten. Es dürfen keine Symptome aufgetreten sein. Die Kosten für diesen Test werden allerdings nicht übernommen.

Haushaltsangehörige müssen zunächst zehn Tage in Quarantäne. Vorzeitig kann sie nach fünf Tagen mittels PCR-Test beendet werden. Es gilt auch ein Schnelltest, wenn die betroffene Person regelmäßig beispielsweise an der Schule getestet wird. Ist das nicht der Fall, gilt ein Schnelltest erst ab dem siebten Tag.

Gesundheitsämter weitgehend außen vor - wer muss informiert werden?

Die Gesundheitsämter kümmern sich beim Infektionsgeschehen nur noch um besonders verletzliche Gruppen, wie beispielsweise die Bewohner von Seniorenheimen. Infizierte müssen also ihre Kontakte selbst über die Infektion informieren. Für die gibt es jedoch keine weiteren Pflichten. Die Ortspolizeibehörden sind für die Kontrolle der Einhaltung der Quarantäne der Betroffenen zuständig. Dort ist auch der Nachweis der Quarantäne für den Arbeitgeber zu bekommen.

"Man sollte sich selbst isolieren und warten, bis vier Tage vergangen sind. Und dann mit oder ohne Symptome einen Schnell- oder gar einen PCR-Test machen, um einen höhere Sicherheit zu haben."

Der UImer Allgemeinmediziner Norbert Fischer rät allerdings auch Kontaktpersonen dazu, vorsichtig zu sein. Man gehe derzeit von einer Inkubationszeit von vier Tagen aus, er habe aber auch schon Patienten erlebt, die noch länger nach dem Kontakt mit einem Infizierten selbst positiv getestet wurden.

Mitarbeiter des Heidenheimer Gesundheitsamtes sind in den meisten Fällen nicht mehr für die Kontaktverfolgung zuständig - beantworten aber Fragen der Bürgerinnen und Bürger. (Foto: SWR, Hannah Schulze)
Mitarbeiter des Heidenheimer Gesundheitsamtes sind in den meisten Fällen nicht mehr für die Kontaktverfolgung zuständig - beantworten aber Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Hannah Schulze

Hotline für den Kreis Heidenheim

Auch das Gesundheitsamt im Kreis Heidenheim betreibt die Kontaktnachverfolgung nur noch bei Ausbrüchen beispielsweise in Pflegeheimen. Dennoch habe man darauf reagieren wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis nun mehr Fragen dazu haben, was sie im Falle eines positiven Corona-Tests machen können. Daher gibt es nun ein Callcenter, bei dem sich Betroffene melden können, so der Leiter des Gesundheitsamtes, Christoph Bauer. Die Mitarbeiter sind unter 07321 321-7777 zu erreichen.

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