Absperrband Polizei Ulmer Oststadt (Foto: SWR, Hannah Schulze)

Prozessauftakt am Ulmer Landgericht

Streit mit Machete im Drogenmilieu: Das sagen die Angeklagten

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Hendrik Zorn
Das Bild zeigt Hendrik Zorn (Foto: SWR, Alexander Kluge)
Frank Wiesner
Frank Wiesner (Foto: SWR, SWR -  Oliver Schmid)

Am Landgericht Ulm hat am Montag ein Prozess um einen besonders schweren Raub im Drogenmilieu begonnen. Ein Angeklagter gab zu, das Opfer festgehalten zu haben.

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Vor Gericht stehen drei Männer im Alter von 40, 37 und 21 Jahren und eine 33-jährige Frau. Laut Staatsanwältin hatten die Vier eine Wohnung in der Ulmer Oststadt gestürmt und dort etwa 300 Gramm Marihuana, verpackt in Einmachgläsern und 20 Gramm Haschisch erbeutet.

Der Grund für den Überfall: Ein 24-jähriger Mann schuldete der Frau 2.500 Euro. Es ging um Drogengeschäfte. Den Überfall wollte sich der 24-Jährige nicht gefallen lassen. Er schnappte sich eine Machete, verfolgte die Eindringlinge bis auf die Straße. Dort kam es zu der Auseinandersetzung, die für viel Aufsehen sorgte.

Nachdem der 40-jährige Angeklagten gestürzt war, trat ihm der Überfallene ins Gesicht und brach ihm so die Nase. Während der Verletzte blutend liegen blieb, flohen die anderen drei Angeklagten mit einem Kleinwagen.

Zwei Angeklagte sagen aus, zwei weitere schweigen

Zwei der Angeklagten sagten zum Prozessauftakt aus und räumten die Tat ein. Dagegen machten die angeklagte Frau und der 37-jährige Angeklagte keine Angaben zur Tat.

Der Älteste sagte aus, dass er den Mann festgehalten habe, der später mit der Machete auf die Straße rannte. Der 40-Jährige sagte, er habe aus Gefälligkeit zu der angeklagten Frau mitgemacht. Im Gerichtssaal räumte er ein: "Das war alles ein Fehler."

Die Frau soll die Wortführerin gewesen sein. Sie ist 33 Jahre alt und vermittelt nach außen hin einen eher unauffälligen Eindruck. Glatte braune Haare, grüne Jacke, normale Statur, geschätzt 1,70 Meter bis 1,75 Meter groß. Sie soll die Truppe zusammentrommelt haben, so die Aussagen zweier Beschuldigter. Der Jüngste der vier Angeklagten hat ebenfalls ausgesagt: Er will die Drogen in der Wohnung geschnappt und dann schnell zum Fluchtauto gerannt sein.

Der Mann mit der Machete ist bereits rechtskräftig verurteilt

Angeklagt ist in diesem Prozess nicht der Mann, der mit der Machete auf die Straße rannte. Sein Prozess ist laut Staatsanwältin Nadine Schmelzer beendet. Er sei für die Körperverletzung mit Nasenbruch rechtskräftig zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden und sitze im Gefängnis. Der 24-Jährige sagte vor Gericht aus, am Tag des Überfalls Drogen konsumiert zu haben.

Am Landgericht Ulm hat am Montag ein Prozess um einen besonders schweren Raub im Drogenmilieu begonnen. (Foto: SWR, Frank Wiesner)
Am Landgericht Ulm hat am Montag ein Prozess um einen besonders schweren Raub im Drogenmilieu begonnen. Frank Wiesner

Angriff mit Machete in Ulmer Oststadt sorgte für Aufsehen

Die auf offener Straße ausgetragene gewalttätige Auseinandersetzung hatte wegen der ungewöhnlichen Waffe in Ulm und darüber hinaus für viel Aufsehen gesorgt. Die Machete gab der ermittelnden Sonderkommission der Polizei dann auch den Namen.

Die Ermittlungen brachten schnell den Hinweis, dass sich das Geschehen am späten Nachmittag des Valentinstages im Drogenmilieu in der Ulmer Oststadt abgespielt hat. Für den Prozess hat das Landgericht Ulm bislang neun Verhandlungstage angesetzt, bei denen 26 Zeugen gehört werden sollen.

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